Bundesnetzagentur fordert zum Nachbessern auf

Suedlink im Werra-Meißner-Kreis: Vorhabenträger sollen Konflikte neu prüfen

+
Proteste der Anwohner in Bad Sooden-Allendorf gegen den Suedlink gehen weiter.

Während die Bürgerinitiative gegen den Suedlink Grundstückseigentümer noch zu Widerstand aufruft, hat die Bundesnetzagentur die Vorhabenträger zum Nachbessern aufgefordert.

Erneut ruft die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink alle Grundstückseigentümer, die jüngst von der Firma Eqos Energie Deutschland wegen „faunistischer Untersuchungen“ für die Starkstromtrasse angeschrieben worden sind, zum Widerstand auf. Den Eqos-Mitarbeitern soll der Zutritt zu den Privatflächen per Widerspruch verweigert werden, so lautet der Appell.

Kartierungen und Untersuchungen der Grundstücke seien ohne Erlaubnis „zum momentanen Verfahrensstand“ nicht zulässig, teilte Karin Grabing (Bad Sooden-Allendorf) im Namen der Bürgerinitiative (BI) mit und verweist auf diesbezügliche Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichtes. Momentan befindet sich das Projekt am Ende der Bundesfachplanung, da die Bundesnetzagentur (BNA) in Bonn als Entscheidungsbehörde noch in diesem Monat den definitiven Trassenkorridor bekannt geben will.

Mitte Dezember allerdings hatte die BNA die Vorhabenträger – Tennet und TransnetBW –, noch aufgefordert, wegen neuer und nachgereichter Erkenntnisse die Konfliktlagen einzuschätzen und Vorschläge zur möglichen Konfliktentschärfung zu unterbreiten. Konkret sollten die Auswirkungen auf die Durchgängigkeit der Trassenkorridore geprüft werden. Sogenannte Riegel stünden der Durchgängigkeit im Weg, eine Umplanung wäre erforderlich.

Das deutete sich schon bei dem Erörterungstermin im August in Rotenburg/Fulda bezüglich eines Gartengebietes im Hainsbachtal bei Allendorf an.

In der Tat ist dieses Gebiet einer der Punkte, für die jüngst die Nachprüfung in Auftrag gegeben wurde. Im Bereich des Werra-Meißner-Kreises sollen neben dem gesamten Trassenverlauf östlich von Allendorf von der Gemeindegrenze nach Wahlhausen im Norden und der Werraaue südlich der Rothesteinstraße auch noch die Räume rund um den Neu-Eichenberger Ortsteil Hebenshausen und um das Ringgau-Dorf Röhrda erneut betrachtet werden.

An diesen Nachprüfungen ist die Firma Eqos Energy aber nicht beteiligt, teilte auf Anfrage Tim Sommers, Bürgerreferent Hessen-Thüringen von der Suedlink-Projektkommunikation mit.

Auf die Frage, bis wann die Vorhabenträger den Prüfauftrag abgeschlossen haben sollen, antwortete der Sprecher unkonkret. Die Ergebnisse würden „zeitnah“ an die Bundesnetzagentur übermittelt.

Die Bundesnetzagentur (BNA) will noch im Januar entscheiden, in welchem Erdkabel-Korridor Suedlink verlaufen soll. Derzeit ist die Trasse durch das Werratal lediglich die von den Vorhabenträgern vorgeschlagene. Mit Festlegung der BNA auf einen 1000 Meter breiten Korridor endet die Bundesfachplanung. Im Rahmen des dann folgenden Planfeststellungsverfahrens wird der grundstücksgenaue Verlauf für das Erdkabel gesucht. Dabei ist erstmals möglich, dagegen zu klagen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.