Bürgerreferentin erklärt Verfahren

Suedlink: Probebohrungen im Werra-Meißner-Kreis erst in ein paar Wochen

Das Mahnwachen-Zelt der Bürgerinitiative steht an einem Feld.
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Protest gegen Suedlink: Das Mahnwachen-Zelt der Bürgerinitiative steht in Allendorf an einem Feld nahe der Straße zwischen dem Freibad und Schloss Rothestein.  

Noch in diesem Jahr soll es im Werra-Meißner-Kreis Baurunduntersuchungen für die Stromtrasse Suedlink geben.

Werra-Meißner – Beim Befahren von aufgeweichtem Gelände mit schwerem Gerät werden auf jeden Fall Lastverteilungsmatten verwendet. Das versicherte Hanna Jansky. Die neue Bürgerreferentin des Netzbetreibers TransnetBW für diesen Suedlink-Abschnitt geht davon aus, dass die für ab Anfang Juli angekündigten Bodenuntersuchungen erst in ein paar Wochen beginnen – unter anderem wegen der jüngsten Regenfälle.

Kürzlich hatte die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink – basierend auf Informationen von Probebohrungen bei einem ähnlichen Projekt in der Oberpfalz – ihre Sorge vor Schäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen durch das Befahren von Feldern geäußert.

Derzeit würden die schon laufenden Kartierungen von Fauna und Flora fortgesetzt, erläuterte Jansky bei einem Überblick über den aktuellen Stand der Planungen. In wenigen Wochen seien auch die Kartierer im Forst unterwegs dort, wo die Trasse an Wald herankäme. Überdies würden die archäologischen Untersuchungen fortgeführt, um zu sehen, „worauf wir Rücksicht nehmen müssen“.

Ziel der Baugrunduntersuchungen sei, möglichst genau über die geologischen Formationen im Untergrund Bescheid zu wissen und in welchen Bereichen die Verlegung der Leitungen „besonders herausfordernd“ sein könnte. Innerhalb des festgelegten, ein Kilometer breiten Korridors gebe es auch Alternativen zur jetzt untersuchten Trasse, wenn die Verlegung an manchen Stellen nicht möglich sei, sprach sie von Anpassungen und leichten Verschiebungen, auch bezüglich der Verlegeart.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sicherte TransnetBW-Vertreterin Jansky zudem Beweissicherungsverfahren vor den Probebohrungen zu für den Fall, dass Maschinen auf Felder fahren. Sie sollen aber erst kurz zuvor vorgenommen werden, möglichst im Beisein der Pächter. Und derzeit lägen die Genehmigungen für die Untersuchungen von den zuständigen Behörden noch gar nicht vor. Auch habe man eine erfahrene Bohrfirma aus Thüringen beauftragt. Bezüglich der Gefahr, dass eine Wasserader getroffen wird, sagte sie, die Bohrungen seien so angelegt, dass die vorliegenden Informationen dazu berücksichtigt werden.

Die Vorarbeiten – vom Kartieren und Vermessen bis zu den Bohrarbeiten – seien aus rechtlicher Sicht zu dulden, bekräftigte auf Nachfrage Dr. Björn Bohne, Genehmiger für den hiesigen Suedlink-Planungsabschnitt. Es gebe aber immer die Möglichkeit, ein Betreuungsverbot auszusprechen, sagte Hanna Jansky. Man könne sich dann im Gespräch mit dem jeweiligen Grundbesitzer einigen. (sff)

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