Gefahr für Mitarbeiter und Kunden ist zu groß

Tafel in Witzenhausen gibt bis Ostern keine Lebensmittel an Bedürftige aus

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Die Tafel Witzenhausen hat geschlossen, damit sich hier niemand mit dem Coronavirus ansteckt.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließt die Tafel in Witzenhausen ab sofort – zunächst bis Ostern. Wir haben mit Leiterin Monika Hemann gesprochen.

Rund 600 Kunden mit niedrigem Einkommen sind bei der Einrichtung registriert. Sie gibt ehrenamtlich zwei Mal pro Woche Lebensmittel aus.

Was waren die Gründe für die Schließung der Tafel?

Monika Hemann, Tafel-Leiterin in Witzenhausen

Zunächst wollten wir unsere ehrenamtlichen Helfer schützen, die in der Mehrzahl schon etwas älter und deshalb vom Virus gefährdet sind. Wir haben überlegt, die Lebensmittelausgabe nach draußen zu verlegen, aber weil immer viele Menschen zur Tafel kommen, ist das für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiter zu riskant. Außerdem haben wir zuletzt weniger Ware bekommen.

Ist das eine Folge der Hamsterkäufe, die es ja auch bei uns gab?

Wir bekommen auch sonst keine haltbaren Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Mehl – auch kein Toilettenpapier. Wir erhalten vorwiegend frische Ware wie Obst, Gemüse und Molkereiprodukte, die in den Supermärkten übrig geblieben sind und sonst weggeworfen werden würden. Aber auch da gingen die Lieferungen zurück.

Wie können sich die Bedürftigen nun versorgen?

Sie müssen nun regulär im Supermarkt einkaufen gehen. Das wird für manche ziemlich hart werden, auch wenn ich denke, dass die meisten irgendwie über die Runden kommen. Die Mehrzahl unserer Kunden sind Geflüchtete mit ihren Familien, Suchtkranke, aber auch ältere Menschen, vor allem Frauen mit kleiner Rente. Außerdem versorgen wir einige wenige Alleinerziehende und Menschen, die Hartz-IV beziehen. 

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