28-jähriger Tatverdächtigter setzte sich vor zwei Jahren nach Laos ab

Bluttat in Bad Sooden-Allendorf: Jetzt beginnt der Mordprozess

Im ersten Stock dieses Hauses an der Kannhöhe in Allendorf ereignete sich die Bluttat.
+
Tatort: Im ersten Stock dieses Hauses an der Kannhöhe in Allendorf ereignete sich die Bluttat.

Ein 28 Jahre alter Mann aus Kassel muss sich ab Mittwoch vor dem Landgericht in Kassel wegen Mordes sowie vierfachen Computerbetrugs in Kombination mit Datenfälschung verantworten.

Bad Sooden-Allendorf – Dem 28-Jährigen, der sich in Untersuchungshaft befindet, wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Juni 2019 einen 55 Jahre alten Mann in dessen Wohnung in Bad Sooden-Allendorf mit einem stumpfen Gegenstand mehrfach gegen den Kopf geschlagen und ihn zudem gewürgt zu haben.

Der mutmaßliche Täter, der damals wohnungslos und von dem 55-Jährigen schon wenige Wochen zuvor in seiner Wohnung aufgenommen worden war, habe den Mann umbringen wollen. So habe er verhindern wollen, führt die Anklage als Motiv an, dass das Opfer ihn bei der Polizei wegen Betrugs anzeigt. Denn der 28-Jährige soll unter dem Namen des Badestädters ohne dessen Wissen drei Mobilfunkverträge abgeschlossen haben.

Außerdem soll der Angeklagte im Mai 2019 einen Kaufvertrag über einen Laptop im Wert von 2500 Euro übers Internet mit den Daten des 55-Jährigen abgeschlossen haben.

Das Opfer war erst mehrere Tage nach seinem Tod in seiner Wohnung entdeckt worden. Eine Woche später gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt, dass der damals 26-Jährige dringend tatverdächtig sei und sich ins Ausland abgesetzt habe. Im Herbst wurde er dann in Laos aufgespürt und festgenommen und später nach Deutschland überführt. In dem asiatischen Land wollte sich der Kasseler nach Schilderung der Polizei ein neues Leben aufbauen. Dazu hatte er schon einen Job als pädagogische Fachkraft in einer deutschsprachigen Schule gefunden und war dort sozusagen die zweite Hand des Direktors.

Der Prozess beginnt am Mittwoch um 9 Uhr vor der als Schwurgericht agierenden 10. großen Strafkammer. Insgesamt sind fünf Fortsetzungstermine bis Mitte Juni festgelegt.  (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.