Wegen Lockdown geschlossen

Tausende Besucher fehlen dem Tropengewächshaus in Witzenhausen

Das Tropengewächshaus der Uni Kassel: Seit Monaten schon nicht mehr für Besucher geöffnet.
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Das Tropengewächshaus der Uni Kassel: Seit Monaten schon nicht mehr für Besucher geöffnet.

„Geschlossen“ steht auf dem Schild am Eingang des Tropengewächshauses der Universität Kassel in Witzenhausen. Bereits seit November dürfen keine Besucher mehr die Sammlung seltener und exotischer Pflanzen sehen, weder alleine, noch in Gruppen.

Witzenhausen – „Normalerweise besuchen uns jährlich 15 000 Menschen“, sagt Kuratorin Marina Hethke. Im Jahr 2020 waren es rund 70 Prozent weniger. Im März musste das Tropengewächshaus zum ersten Mal seine Türen für Besucher schließen. Alle Veranstaltungen, Seminare und Führungen mussten abgesagt, alle gebuchten Termine verschoben werden.

Auch der beliebte Pflanzenmarkt, der alleine jährlich 2000 Besucher anlockt, konnte nicht stattfinden. „Praktikanten und Ehrenamtliche durften nicht mehr zum Helfen zu uns kommen“, erzählt Marina Hethke, die Kinderferien-Uni im April fand ebenfalls nicht statt.

Mithilfe von der benachbarten Volkshochschule war es in den Sommerferien möglich die „Forschungswerkstatt Klimawandel“, ebenfalls ein Angebot für Kinder, zu realisieren. Es wurde ein Hygienekonzept entwickelt und die Gruppe geteilt, sodass nicht einer, sondern zwei Durchgänge stattfanden. „Das bedeutete allerdings für uns doppelten Aufwand und doppelte Finanzierung“, so Hethke. Und das in einer Zeit, in der der Großteil der Einnahmen weggebrochen ist.

Leere Gänge: Keine Besucher im Gewächshaus. Die Mitmachstationen sind gesperrt, viele Schilder wurden neu gestaltet und ausgetauscht, die Pflanzen wachsen weiter.

Nur mithilfe verschiedener Kooperationspartner sei es möglich gewesen, das finanziell zu stemmen. Mitte August erfolgte dann die schrittweise Öffnung von Garten und Gewächshaus für Einzelbesucher, im September und Oktober durften sogar wieder Führungen für kleine Gruppen stattfinden. 500 Gäste durften das Tropengewächshaus in dieser Zeit besuchen.

Seit nunmehr vier Monaten ist es verwaist. Zumindest was die Besucher angeht. Gärtner und eine Freiwillige im Ökologischen Jahr kümmern sich um die Pflanzen. Sie sind für verschiedene Bereiche zuständig, um untereinander keinen Kontakt zu haben. Team-Treffen finden statt, allerdings nur online. Insgesamt habe man in der Pandemie digital viel dazugelernt.

Es wurden Lehr- und Erklär-Videos erstellt und eine kleine Filmreihe mit dem Titel „Wenn Ihr nicht zu uns kommen könnt, kommen wir zu Euch“ gedreht. Der Instagram-Account wird besonders gepflegt und immer auf den neuesten Stand gebracht. „Wir haben die Zeit ohne Gäste dazu genutzt, unsere Beschilderung im Garten und im Gewächshaus neu und zweisprachig zu gestalten, unsere Homepage überarbeitet und Bodenproben genommen und analysiert, alles Dinge für die sonst zu wenig Zeit ist“, sagt Marina Hethke.

Momentan stecke man in der Planung für das laufende Jahr: „Wir haben ein Hygienekonzept mit der Universität erstellt, denn wir möchten, dass der Pflanzenmarkt in diesem Jahr wieder stattfindet.“ Ob das aber wirklich klappt, stehe noch in den Sternen. (Wiebke Huck)

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