Klage wurde zurückgenommen

Neue Nutzung steht: Tegut-Getränkemarkt zieht in alte Aldi-Räume in Witzenhausen

Neue Nutzung ab Juli: In den ehemaligen Aldi-Markt (rechts) an der Bohlenbrücke in Witzenhausen soll der Getränkemarkt von Tegut (links) einziehen.
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Neue Nutzung ab Juli: In den ehemaligen Aldi-Markt (rechts) an der Bohlenbrücke in Witzenhausen soll der Getränkemarkt von Tegut (links) einziehen.

Lange ist darüber diskutiert worden, jetzt steht die neue Nutzung für den ehemaligen Aldi-Markt an der Bohlenbrücke in Witzenhausen fest.

Witzenhausen - Tegut wird seinen Getränkemarkt in das rund 600 Quadratmeter große Gebäude verlagern. Das bestätigte Tegut-Sprecherin Johanna Ammermann auf HNA-Anfrage. „Durch den Umzug in einen separaten Getränkemarkt können wir unser bestehendes Sortiment und somit die Auswahl für den Kunden vergrößern.“ Der Getränkemarkt soll zum 29. Juli umziehen.

Verfahren ist beendet

Auch das Normenkontrollverfahren gegen die Stadt Witzenhausen ist mittlerweile vom Tisch: Der Besitzer des ehemaligen Aldi-Marktes, die Göttinger Immobilienfirma Schmidt-Dold, hatte es angestrengt, nachdem die Stadt im Herbst 2020 mit einer Änderung des Bebauungsplans zum Schutz der Innenstadt etwa die Ansiedlung eines Drogeriemarkts untersagt und die mögliche Nutzung sehr stark auf den Verkauf von Getränken, Möbeln und Einrichtungsbedarf eingeschränkt hatte. Schmidt-Dold hatte daraufhin beim Verwaltungsgericht Kassel geklagt, weil mit der Einschränkung der Nutzung Mieten, wie sie Aldi früher gezahlt hat, nun nicht mehr zu erzielen sind. Zu der aktuellen Situation will sich Geschäftsführer Patrick Schmidt-Dold auf HNA-Anfrage nicht näher äußern: „Lediglich kann ich Ihnen mitteilen, dass alle Seiten kompromissbereit und fair die Problematik vor Ort gelöst haben.“

Martin Sander, Sprecher des Verwaltungsgerichts Kassel, bestätigt auf Anfrage das Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan. „Dieses Verfahren ist durch den Beschluss des Senats vom 4. Juni 2021 eingestellt worden, nachdem die Schmidt-Dold GbR ihre Normenkontrollklage zurückgenommen hatte. Der Grund für die Rücknahme dieser Klage ist ein mit den Beteiligten durchgeführtes Mediationsverfahren, das durch Vergleich vom 26. Mai 2021 geendet hat.“ Zu den Details der Verhandlungen wollen weder Sander noch Vertreter der Stadt öffentlich Angaben machen. Es sei Stillschweigen über die Details der Einigung vereinbart worden. Üblicherweise einigt man sich bei solchen Vergleichen auf die Zahlung einer Entschädigung an die Kläger.

Fest steht laut Bürgermeister Daniel Herz aber, dass eine solche Zahlung nicht aus der Stadtkasse geleistet wird. Denn die Stadt hatte vertraglich mit der Rahlfs-Immobilien-Gruppe, die den Umzug von Aldi auf das Grundstück des früheren Autohauses Bernhard organisierte und finanzierte, vereinbart, dass diese alle entstehenden Zusatzkosten übernimmt. (Friederike Steensen)

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