Schnelles Handeln gefragt

Werra-Meißner-Kreis: Corona-Fälle an gleich drei Schulen - Klassen in Quarantäne

Die Beruflichen Schulen an der Südbahnhofstraße in Witzenhausen.
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Die Beruflichen Schulen an der Südbahnhofstraße in Witzenhausen: Eine Klasse und sechs Lehrer mussten hier vorsorglich in Quarantäne, nachdem ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

An gleich drei Schulen im Werra-Meißner-Kreis müssen ganze Klassen in Quarantäne. Betroffen sind zwei Schulen in Witzenhausen sowie eine weitere in Sontra.

Witzenhausen - Dass eine ganze Klasse und sechs der 90 Lehrer der beruflichen Schulen in Witzenhausen unter Quarantäne gestellt wurden, nachdem ein Schüler positiv auf eine Infektion mit Covid-19 getestet wurde, ist Stadtgespräch in Witzenhausen.

An der Schule selbst sei die Stimmung noch ganz positiv, sagt die stellvertretende Schulleiterin Begga Breiding. Lehrer, Schüler und Eltern seien vorbereitet gewesen, wie das Verfahren ablaufe, falls einzelne Klassen in Quarantäne müssen. Grundsätzlich gilt: Personen mit Symptomen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten, dürfen die Schule nicht betreten.

Corona-Fall an Schule: Infos über die Internetseite

Aktuelle Informationen würde man sofort auf der Internetseite der Schule veröffentlichen. „Derzeit gibt es einen Erkrankungsfall an unserer Schule. Die betroffene Klasse sowie alle betroffenen Kollegen sind vom Gesundheitsamt kontaktiert worden und befinden sich in häuslicher Quarantäne“, heißt es dort. Wegen der bundesweit rapide ansteigenden Infektionszahlen wird die Schulgemeinschaft an die Einhaltung der Hygiene-, Abstands- und Lüftungsregeln erinnert, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Unterricht empfohlen. Anordnen dürfe man Letzteres aber nicht, sagt Breiding. Dennoch würden viele Schüler freiwillig Maske tragen. Eine weitere Verschärfung der bestehenden Hygienevorgaben seien vom Gesundheitsamt nicht angeordnet worden. Jahrgang und Art der betroffenen Klasse nennt sie aus Gründen des Datenschutzes nicht.

Lehrer in Quarantäne gelten nicht als krankgeschrieben, so Breiding. Wenn keine Symptome auftreten, seien sie angehalten, über die digitale Lernplattform ihre anderen Klassen von Zuhause aus zu unterrichten. Die Beruflichen Schulen seien schon vor der Corona-Pandemie digital gut ausgestattet gewesen, sagt Breiding. Das habe man schätzen gelernt, aber auch noch weiter ausgebaut.

Das bestätigt Carla Schäfer vom Schulelternbeirat. „Wir sind besser vorbereitet als im Frühjahr.“ Trotz vereinzelter Probleme mit Internetverbindungen oder fehlenden Tablets – im Großen und Ganzen hätten Lehrer und Schüler in den vergangenen Monaten erprobt, wie Unterricht auch digital gut stattfinden könne, alle seien dafür gewappnet. „Ich sehe das daher vergleichsweise gelassen“, sagt Schäfer. Sie geht davon aus, dass im Winter Quarantäne für Klassen häufiger nötig werde. Wichtig sei, dass man bei bestätigten Infektionen schnell handele. Das sei im aktuellen Fall passiert.

Wer mit Betroffenen im Klassenzimmer war, muss in Quarantäne

Wenn ein Schüler positiv getestet werde, klassifizierte das Gesundheitsamt alle Klassenkameraden sowie Lehrer, die sich mit dem Betroffenen im Raum aufgehalten haben, nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts als Kontaktperson ersten Grades und stelle sie unter Quarantäne, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Weil an der Förderstufe in Sontra ein Kurssystem herrsche, wo Schüler in wechselnden Gruppen unterrichtet werden, habe dort nach einem positiven Fall die gesamte Förderstufe in Quarantäne versetzt werden müssen.

Nun sollen die Betroffenen auf eine Corona-Infektion getestet werden. Testergebnisse der betroffenen Schüler in Witzenhausen und Sontra sowie aus der Kita in Fürstenhagen lägen noch nicht vor, so Klinge. Mit den Tests soll ermittelt werden, ob weitere Menschen in Gefahr sind, sich anzustecken – etwa die Familien der Schüler, die vor einem positiven Testergebnis sonst zunächst nur als Kontaktperson zweiten Grades eingestuft würden.

Einschränkungen bei der Kesperschule Witzenhausen

Weil eine Erzieherin der Kesperschule in Witzenhausen positiv auf eine Infektion mit dem Corona-Virus getestet wurde, hat das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises am Mittwoch 50 betroffene Schüler und Lehrkräfte unter Quarantäne gestellt und organisiert Tests.

Corona-Regeln am Sekretariat der Kesperschule in Witzenhausen. Hier wurden am 28. Oktober 50 Schüler und ihre Lehrer unter Quarantäne gestellt.

Darüber hinaus gab es seit Dienstag vier neue Coronafälle, so Kreissprecher Jörg Klinge. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 40, der Kreis befindet sich weiter in der dritten Eskalationsstufe. Aktuell sind 55 Personen positiv getestet.

Auch Tagespflege für Senioren in Großalmerode wird geschlossen

Darunter ist auch eine Mitarbeiterin der Tagespflegeeinrichtung der Diacom Altenhilfe in Großalmerode, teilt Geschäftsführer Torsten Rost mit. Die Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Bis zum Ergebnis aller Tests bleibe die Tagespflegeeinrichtung geschlossen. (Friederike Steensen)

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