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Teuereres Benzin trifft Pendler und Firmen im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Nicole Demmer

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Die Kosten für Benzin sind wieder in die Höhe geschossen.
Die Kosten für Benzin sind wieder in die Höhe geschossen. © Agenturen

Der Blick auf die Preisanzeigen der Tankstellen ist für viele Autofahrer im Werra-Meißner-Kreis seit einigen Tagen kein angenehmer. Mit Schluss der Spritpreisbremse zu Ende August sind die Benzinpreise deutlich nach oben geklettert. Betroffen davon sind nicht nur Autofahrer – darunter Arbeitnehmer, die teils weite Strecke zum Arbeitsort zurücklegen müssen –, sondern auch Unternehmer.

Werra-Meißner – „Wir haben 15 000 Auspendler, nur ein Bruchteil von ihnen kann den ÖPNV nutzen, um den Arbeitsplatz zu erreichen“, sagt Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner (WFG). Außerhalb von Ballungsräumen werde der Individualverkehr wegen der starken räumlichen Verteilung von Wohn- und Arbeitsplatz immer eine große Rolle spielen. Das 9-Euro-Ticket habe diese Gruppe kaum entlastet. Dazu komme die Spritpreissteigerung. „Das wird jedoch nur einzelne Autopendler dazu bewegen, zu überprüfen, ob der Umstieg auf den ÖPNV günstiger ist“, so Kleeberg. Er könne auch zusätzliche Fahrzeit, die mit der Arbeitszeit nicht vereinbar ist, bedeuten, so dass weiter das Auto nebst Mehrkosten genutzt werden müsse.

Die Spritpreissteigerung wird laut Kleeberg insbesondere Unternehmen und Berufsgruppen, bei denen viel gefahren wird, treffen. Die Kostensteigerungen würden auch die Kunden, beziehungsweise für den ÖPNV die lokalen und regionalen Auftraggeber spüren. Es werde dazu kommen, dass Leistungen vorübergehend reduziert oder eingestellt werden.

Mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund, ein Auftraggeber für den Linienverkehr, hat er Verträge mit Preisgleitklausel, berichtet Bernd Frölich, Geschäftsführer von Frölich Reisen in Hessisch Lichtenau und Eschwege. Damit würden Preissteigerungen im laufenden Jahr aufgefangen, bei anderen Linienverkehr-Auftraggebern mit einem Jahr Verzögerung.

Bis Ende August habe er rund 1,3 Millionen Euro mehr an Kosten für Diesel gehabt, das entspreche laut seiner Auswertung einer Teuerung von 66 Prozent, so Frölich. „Das geht an die Substanz und tut auch einem gesunden Unternehmen weh.“ Dazu kommen deutliche Preissteigerungen für Reifen und den für Dieselfahrzeuge erforderlichen Zusatzstoff AdBlue. Für die aktuelle Kalkulation der 2023 stattfindenden Reisen seien die Benzinpreise ein Risiko, da nicht feststehe, wie gerechnet werden kann. » SEITE 6

Autofahrer nutzten häufiger Bus und Bahn

32 Prozent der Autofahrer haben in den vergangenen drei Monaten häufiger den ÖPNV benutzt, schreibt der ADAC in einer Pressemitteilung, 48 Prozent haben mindestens in einem Monat ein 9-Euro-Ticket gekauft. Ein Viertel davon nutzte dieses für den Weg zur Arbeit. 60 Prozent der Befragten befürworten laut ADAC, dass das subventionierte Angebot fortgeführt wird, dabei legen Autofahrer mehr Wert auf eine bundesweite Gültigkeit denn auf einen günstigen Tarif. (nde)

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