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Corona-Infektion bei Hund und Katze: Eine Tierärztin klärt auf

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Von: Fabian Becker

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Bei Corona-Infektion vermeiden: Engen Kontakt zu Tieren, zum Beispiel durch Kuscheln.
Bei Corona-Infektion vermeiden: Engen Kontakt zu Tieren, zum Beispiel durch Kuscheln. © Fabian Becker

In der Corona-Pandemie stellen sich viele die Frage, inwiefern Tiere betroffen sind. Eine Tierärztin gibt Auskunft über Symptome, Übertragung und Maßnahmen.

Eschwege – Weder dem Veterinäramt im Werra-Meißner-Kreis noch befragten Tierärzten im Kreis sind nachgewiesene Corona-Infektionen bei Tieren bekannt. Das ist auch bei Tierärztin Jana Herbold von der Tierarztpraxis Blockadefrei in Eschwege so. „Haustiere wie Hunde und Katzen können das Coronavirus in sich tragen, ohne Symptome zu haben“, sagt sie.

Vereinzelt kommt es zu Symptomen einer Atemwegserkrankung mit vermehrtem Niesen, wässrigem Nasenausfluss, Heiserkeit oder Husten, erklärt Herbold. In der Regel sind diese Symptome aber sehr mild und dauern nur wenige Tage. „Sie können aber auch durch andere Viren ausgelöst werden.“ Die Gefahr einer tödlichen Infektion ist bei Haustieren gering. „Das ist dann möglich, wenn das Tier andere schwere Erkrankungen hat“, sagt die Tierärztin. „Tiere sterben also eher mit als an Corona.“

Corona Infektionen bei Haustieren: Auf Kuscheln verzichten

Hat ein Halter den Verdacht, sein Tier könnte mit Corona infiziert sein, zum Beispiel weil er infiziert ist und das Tier Symptome zeigt, sollte er seinen Haustierarzt kontaktieren. „Er kann einschätzen, was zu Hause getan werden kann“, erklärt Herbold. In diesem Fall sind Inhalation, Ruhe und ausreichend Flüssigkeitszufuhr möglich, aber auch der Rat, das Tier in die Praxis zu bringen. Denn: „Tierärzte können Proben von veterinärmedizinischen Laboren auf Corona untersuchen lassen.“

„Ich würde infizierte Tiere rein symptomatisch behandeln“, sagt die Tierärztin. Das bedeutet: Unterstützung des Immunsystems, andere Infektionen wie bakterielle Infekte behandeln, zum Beispiel mit Antibiotika, und Schleimlöser verabreichen. Auch Entzündungshemmer und eine Inhalationstherapie mit Kochsalzlösung sind möglich.

Da es noch Unklarheiten gibt, wie sich Corona bei Tieren verhält, sollten Halter auf engen Kontakt wie kuscheln und küssen verzichten, sagt Herbold.

Corona-Erkrankung bei Hund und Katze: Welche Rolle spielen Tiere in der Pandemie?

„Zudem sollte der Kontakt von infizierten Tieren zu immungeschwächten Menschen wie Säulingen, Senioren, Chemotherapie-Patienten und HIV-Infizierten vermieden werden.“ Hunde sollten beim Gassi gehen von engem Kontakt zu Artgenossen abgehalten werden, Freigänger-Katzen auf dem eigenen Grundstück bleiben. „Zwar ist die Ansteckung von Mensch zu Tier nachgewiesen, die von Tier zu Mensch meines Wissens nicht“, sagt die Tierärztin. „Es ist davon auszugehen, dass Tiere keine Rolle bei der Ausbreitung der Pandemie spielen.“ Herbold vermutet den Grund darin, dass sich das Virus im Körper der Tiere nicht so gut und schnell vervielfältigen kann wie beim Menschen. „Daher ist auch die Zeit des Virus im Körper der Tiere relativ kurz.“ Ob sich diese Gefahr mit den Varianten ändert, ist unklar. (Fabian Becker)

Erst vor kurzem wurden mehrere Hunde aus Angst vor Corona erschossen: Dabei ging es allerdings nicht um die Frage, ob die Tiere selbst infiziert waren.

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