Sonderprogramm

Totaler Umbau steht bevor: 21 Millionen Euro für Kernstadt Witzenhausen

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Sanierungsbedürftig: das Ernst-Koch-Haus an der Werrabrücke in Witzenhausen. Für leer stehende und sanierungsbedürftige Einzelobjekte sind im Sonderprogramm für die Kernstadt eine Million Euro vorgesehen.

Witzenhausen. Die Kernstadt von Witzenhausen steht vor der größten Umgestaltung der vergangenen Jahrzehnte: In den kommenden zehn Jahren sollen für den Stadtumbau fast 21 Millionen Euro ausgegeben werden.

Im Stadtentwicklungsausschuss und im Bauausschuss wurde am Dienstagabend im Rathaus mit diesem Betrag jongliert.

Vorausgesetzt die Fördermittel fließen, steht der gesamte Stadtkern im Fokus. Eingeschlossen sind Kluse, Bahnhofsviertel und Gewerbeflächen an der B 80 am Ortseingang Richtung Unterrieden. Bauamtsleiter Bernd Westermann sieht im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) ein Paket von Investitionen für die Stadtentwicklung. Die Abgrenzung des Geltungsbereiches war Thema von Diskussionen. Sie ergibt sich laut Westermann aus dem Maßnahmenkatalog und den Chancen auf Fördermittel.

„Im Kern steckt Leben“, hatte Susanne Engelns (Projektstadt Kassel) ihre Präsentation überschrieben. Ziel des Projektes sei es, gute Wohn- und Lebensbedingungen zu schaffen und die Angebote für Naherholung und Freizeit zu verbessern. Im ersten Entwurf haben die Planer verschiedene Handlungsfelder erarbeitet:

• Sanierungsbedarf/Leerstand: Für Einzelobjekte sind eine Million Euro veranschlagt, dazu gehört beispielsweise das Kochsche Haus. Betrachtet wurde aber auch die alte Zigarrenfabrik.

• Öffentlicher Raum und Stadtgrün: Hier geht es um die Aufwertung der Werra-Aue aber auch um die Umgestaltung des Marktplatzes, die allein 800.000 Euro kosten wird. Angedacht sind ferner ein Werra-Uferpark (eine Million Euro).

• Verkehr und Mobilität: Hier gibt es bereits detaillierte Voruntersuchungen, so für die Mobilitätsstation am Zollamtsplatz. Im Hintergrund steht das Konzept für einen klimafreundlichen Verkehr. Der neue Busbahnhof ist mit 730.000 Euro veranschlagt, der Ausbau der Park+Ride-Zone am Bahnhof mit 514.000 Euro.

• Brachflächen und Gewerbe: Hier sticht der Bau eines neuen Bürgerhauses für 4,5 Millionen Euro aus den Plänen hervor, die allerdings noch nicht konkreter werden.

Wer soll das alles bezahlen?

Erfahrungsgemäß kommen je ein Drittel des Geldes von Bund und Land, den Rest muss die Kommune selbst stemmen – das entspräche einer Summe von sieben Millionen Euro in zehn Jahren. Erste Schritte werden die Einrichtung eines Projektbüros für die Beratung an der Ermschwerder Straße und die Einberufung einer Steuerungsgruppe sein, die den Namen „Lokale Partnerschaft“ trägt. Beide Ausschüsse stimmten den Vorlagen zu, das nächste Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, 19. Dezember, ab 19 Uhr, im Rathaussaal.

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