Kreis will sich Bild vor Ort machen

Früher Lebensraum für Tiere: Hecke am Waldrand Blickershausen tot

Ungewöhnlicher Kontrast: Nahe Blickershausen ist eine einst gesunde Hecke abgestorben, hier der Abschnitt, der eine Länge von etwa 400 Metern misst. Einer der Landwirte, der die Fläche daneben bewirtschaftet, sagt, dass er den Streifen zurückgedrängt habe, da er immer weiter auf seinen Grund wucherte. Fotos: Ulbrich

Blickershausen. Ein einst grüner Streifen nahe Blickershausen ist innerhalb eines Jahres abgestorben.

Ortskundige Spaziergänger dürfte aufgefallen sein, dass es am Waldrand zwischen Blickershausen und Ziegenhagen eine deutliche Veränderung gab: Eine einst grüne Hecke mit Schwarzdorn und Holunder ist komplett abgestorben. Der betroffene Abschnitt zwischen einer Weide und einem Getreidefeld misst etwa 400 Meter.

Der Nabu-Ortsverband erklärt dazu auf Nachfrage, dass die Hecke, in der Vogelarten wie Zaunkönig oder auch der seltene Neuntöter ihre Heimat hatten, noch im September 2014 grün belaubt war. Dann habe ein abrupter Blattwelkeprozess eingesetzt, wie er auch beim Einsatz von Spritzmitteln zu beobachten sei.

Während man beim Nabu-Ortsverband noch über die möglichen Ursachen rätselt, hat Ralf Ehrenberg, einer der beiden Landwirte, die die Flächen links und rechts der Hecke bewirtschaften, eine einfache Erklärung parat: „Die Hecke wucherte in den vergangenen Jahren immer mehr in meine Fläche hinein, am Schluss waren es bis zu vier Meter.“ Daher habe er den Grünstreifen entlang seines Getreidefeldes maschinell zurückgeschnitten und -gedrängt. Dabei seien sicherlich auch einige Wurzeln beschädigt worden.

Ehrenberg sagt weiter: „Natürlich ist der derzeitige Anblick nicht schön und den jetzigen Zustand habe ich so auch nicht vermutet.“ Doch einerseits beginne die Hecke bereits wieder zu blühen und werde sich auch erneut etablieren. Andererseits möchte er nur sein Grund und Boden schützen, diese bewirtschaften ohne sich Schäden an seinen Maschinen zuzuziehen und auch keine Verluste bei den Prämien durch das Landwirtschaftsamt hinnehmen, wie sie durch die Hecke verursacht worden seien.

Dies bestätigt auch sein „Flächennachbar“ Lars Völlmer, der die Hecke auf der Seite seiner Weide aus denselben Gründen ebenfalls maschinell zurückgeschnitten hat. Spritzmittel seien dabei nicht zum Einsatz gekommen, sagt Völlmer. Er habe weder eine Spritze noch derartige Genehmigung, sagt der Landwirt.

Jörg Klinge, Pressesprecher des Landkreises sagt dazu, dass man sich in den kommenden Tagen ein Bild von der Situation vor Ort machen werde. Der zuständige Sachbearbeiter vom Fachdienst werde vermutlich Ende dieser Woche einen Ortstermin machen, danach erst könne man eine konkrete Stellungnahme abgeben und über weitere Maßnahmen entscheiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.