Tour für Flüchtlinge und gegen Aufrüstung: Friedensreiter machen Rast in Witzenhausen

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Witzenhausen. Sie reiten bis zu 20 Kilometer am Tag, um ein Zeichen zu setzen: Die 20 Friedensreiter haben auf ihrer Tour von Friedland nach Kassel am Dienstag Station in Witzenhausen gemacht.

An der Universität in der Steinstraße informierten sie Passanten über ihr diesjähriges Motto „Grenzen zu für Waffen - Grenzen auf für Flüchtlinge“.

Die Friedensreiter verbinden politisches Engagement und Spaß am Wanderreiten seit den 1980er Jahren mit Aktionen gegen Militäreinrichtungen, Waffenexporte, Atomanlagen und für den Frieden, berichtet Dana Preiß (Grebenstein-Frankenhausen). Seit ihrem 12. Lebensjahr engagiert sich die mittlerweile 42-Jährige bei den Friedensreitern, hat in diesem Jahr hat sie den Ritt durch Nordhessen mitorganisiert. Bei der Planung der Tour halfen ihr die Kontakte zu den heimischen Öko-Landwirten in und um Witzenhausen. So übernachteten die Reiter beispielsweise in Freudenthal und auf Gut Fahrenbach. Ihr Bekannter Uwe Ahrends sorgte an der Witzenhäuser Steinstraße mit kühlen Getränken und ausreichend Wassereimern für die Vierbeiner für eine Erfrischung in der Mittagspause - und gab als geistige Nahrung noch ein Gedicht von Ringelnatz zum Besten.

Auf ihrem zehntägigen Ritt sind die Reiter morgens und nachmittags jeweils rund drei Stunden unterwegs. In diesem Jahr nehmen 20 Pferde und Reiter aus ganz Deutschland an der Tour teil, so viele wie noch nie. Begleitet werden sie von einigen Radfahrern. Am Nachmittag ging es weiter nach Fahrenbach, von wo die Gruppe nach Kassel weiterreiten wird. Am Donnerstag, 6. August, nehmen die zwei- und vierbeinigen Aktivisten dort unter anderem ab 15 Uhr auf dem Friedrichsplatz an einer Kundgebung zum Gedenken an den ersten Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren teil. Am Freitag steht noch eine Demonstration mit dem Kasseler Friedensforum vor dem Rüstungsbetrieb Krauss-Maffei Wegmann auf dem Programm.

Bereits am Samstag hatten die Friedensreiter mit einer Aktion für Flüchtlinge in Friedland für Aufsehen - und für strahlende Gesichter - gesorgt. Hier boten sie für die Kinder im Grenzdurchgangslager Ponyreiten an. „Das waren sehr berührende Begegnungen“, sagte Sprecherin Angela Kemper.

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