Traktorenfirma zieht in die Deula-Halle

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Sorgt für neues Leben in der Fortbildungshalle der Deula: Die Traktoren-Firma Zetor aus Tschechien. Unser Bild zeigt Deutschland-Geschäftsführer Pavel Jahoda (von links), Henry Thiele (Deula) und Lukas Mikolasek (Marketing). In der Halle sollen stets Traktoren wie im „Schaufenster“ zu sehen sein. 

Witzenhausen. Der Landwirtschafts-Uni-Standort Witzenhausen wird auch wieder Standort eines Herstellers landwirtschaftlicher Fahrzeuge:

Der im tschechischen Brno (deutsch: Brünn) ansässige Traktorenhersteller Zetor eröffnet in der großen Deula-Halle am Sande seine zweite Niederlassung in Deutschland. Zetor übernimmt eine fast schon traditionsträchtige Halle: Im Jahr 2000 hatte der Landmaschinenhersteller AGCO-MF (Massey Ferguson) seine Vertriebszentrale nach Witzenhausen verlegt und ausgebaut. Mitte 2007 verließ AGCO-MF den Standort an der Werra schon wieder, betroffen waren 25 Mitarbeiter. Die von AGCO-MF gegenüber der Deula-Lehranstalt für angewandte Technik errichtete große Ausstellungshalle, in der landwirtschaftliche Maschinen wie die schweren Massey-Ferguson-Mähdrescher gezeigt wurden, wurde dann zunächst vom ebenfalls auf dem Deula-Gelände angesiedelten Kompetenzzentrum hessen-Rohstoffe (Hero) genutzt. Zuletzt hatte der Landmaschinen-Produzent Claas die Halle zeitweise als Schulungsort gemietet, berichtet Deula-Geschäftsführer Henry Thiele. Danach habe man einen langfristige Partner gesucht. Durch Zufall lernte Thiele auf einer Fachmesse einen Vertreter der Firma Zetor kennen, die auf der Suche nach einem zweiten Standort in Deutschland war. Man kam ins Geschäft: Der Mietvertrag mit Zetor läuft über zehn Jahre, die Deula baute extra für 40 000 Euro Infrastruktur für ein Büro, eine Küche und zwei Toiletten in der Halle mit 650 Quadratmetern Fläche ein, um sie zu einem Firmensitz zu machen, berichtet Thiele. Auch die Parkplätze wurden neu gestaltet. Die Deula-Tankstelle, den Waschplatz und die Be-/Entladerampe darf Zetor mitnutzen.

Witzenhausen sei für sie ein idealer Standort, sagt Pavel Jahoda, Geschäftsführer von Zetor Deutschland: Die Anbindung an die Deula sei ideal, weil bereits landwirtschaftliches Fachpublikum vor Ort ist. Zudem gebe es schon Schulungsangebote, eine gute technische Ausstattung sowie gute Unterbringungsmöglichkeiten und Seminarräume. Auch die zentrale Lage mitten in Deutschland sei ein Plus, von hier soll künftig der gesamte Zetor-Kundenservice für Nord-, Ost- und Westdeutschland koordiniert werden. Gleichzeitig hofft Johoda, dass sich mehr Händler schulen lassen, wenn sie dafür nicht eigens nach Tschechien fahren müssen. In Witzenhausen sollen vorerst vier Arbeitsplätze entstehen. In Deutschland betreut Zetor 36 Händler und 30 Servicepunkte.

Tag der offenen Tür

Am Samstag, 25. Juni, will sich Zetor mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit am neuen Standort vorstellen und das 70-jährige Bestehen der Firma feiern. Bei der „Hausmesse“ von 9 bis 18 Uhr werden die Traktor-Modellreihen ebenso vorgeführt wie Frontlader und Arbeitsgeräte. Auch für Kinder gibt es ein Programm, für kulinarische Spezialitäten aus Tschechien ist gesorgt.

Ab 11 Uhr wird zudem Dieter Christian Ochs von seinen Reisen berichten: Der Rentner aus Hofgeismar tourt nämlich seit einiger Zeit regelmäßig mit seiner Frau und einem alten Zetor-Traktor samt Bauwagen durch Europa - mit 25 Stundenkilometern.

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