Trauergruppe trifft sich 14-täglich zum Austausch

Oftmals stehen Trauernde alleine mit ihren Gefühlen da und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen: Hier hilft der Gesprächskreis mit Gleichgesinnten. Foto: dpa

Witzenhausen. Über die eigene Trauer zu sprechen kann hilfreich sein, um neue Wege und Perspektiven für die Zukunft zu finden.

Im Diakonische Werk gibt es hierfür in Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe Witzenhausen einen Gesprächskreis für Trauernde, die einen Angehörigen verloren haben. Die Treffen finden alle 14 Tage statt. Aktuell nehmen vier Personen an dem Kreis teil, der von den Sozialarbeiterinnen Karin Weinsberg und Christine Kluge moderiert wird: „Unsere Aufgabe ist es nicht, Ratschläge zu geben, wir sind keine Psychologen. Wir sind in erster Linie dafür da, um den Trauernden zuzuhören“, sagt Weinsberg. Das Ziel der 56-Jährigen ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Verständnis herrscht, um Vertrauen aufzubauen. „So schaffen es die Teilnehmer, über ihre tief sitzende Trauer zu sprechen“.

Für Weinsberg ist der Gesprächskreis besonders wichtig, da Familienmitglieder und Freunde der Teilnehmer nicht immer in der Nähe sein können, um zu unterstützen - sei es aus beruflichen oder sonstigen Gründen. Hier schaffe die Trauergruppe Raum und Zeit für Gefühle.

Laut der Erfahrung von Karin Weinsberg ist es der Sonntag, ein Tag der Ruhe, an dem die Teilnehmer von ihrer Situation überwältigt werden.

Um dem entgegenzuwirken, haben ehemalige Betroffene zusätzlich ein „Begegnungscafé“ ins Leben gerufen: An einem Sonntag im Monat treffen sich aktuelle und ehemalige Teilnehmer außerhalb der Diakonie zum Kaffeetrinken. Auch sogenannte „Trauerreisen“ sind Teil des Konzeptes. „Ausflugsziele sind zum Beispiel der Seeburger See oder Duderstadt“, erzählt Weinsberg.

Damit all das funktioniert, sind auch Ehrenamtliche gefragt. Die Hospizgruppen im Werra-Meißner-Kreis bieten zum Thema eine 39-stündige Ausbildung an. Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit Verlusterfahrungen und Abschiedsritualen, Ausdrucksformen der Trauer und das Trösten. „Der letzte Kurs umfasste 15 Teilnehmer“, sagt Koordinatorin Annette Graser stolz. „Neue Helfer sind immer willkommen.“ (jme)

Kontakt zu der Trauergruppe:

Hospizgruppe Witzenhausen/Neu-Eichenberg, Annette Graser, Tel. 0 55 42 / 5 03 55 97

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