Fernsehen

Kälbern droht Schlachtung - beliebte Vox-Show filmt Rettungsversuch

Im Stall: Moderator Frank Weber besucht die Kühe beim Viehhändler zusammen mit Melanie Vogelei (Mitte) und Tierärztin Nicole Tschierse.
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Im Stall: Moderator Frank Weber besucht die Kühe beim Viehhändler zusammen mit Melanie Vogelei (Mitte) und Tierärztin Nicole Tschierse.

Weil der Hof dicht machen musste, sollen 14 Kühe und Kälber geschlachtet werden. Tierretter aus Witzenhausen wagen einen Rettungsversuch, der von einer bekannten TV-Show begleitet wird.

  • Bekannte TV-Show von Vox filmt Tierrettung in Witzenhausen
  • Rettungsversuch: 14 Kühe und Kälber sollen zum Schlachter
  • TV-Show begleitet Tierretter im Einsatz

Werra-Meißner-Kreis - Eigentlich hätten sie geschlachtet werden sollen und standen schon beim Viehhändler – durch das Engagement von Tierschützern dürfen 14 Kühe und Kälber jedoch nun auf Lebens- und Gnadenhöfen den Rest ihrer Tage verbringen. Begleitet wurde die Rettungsaktion von einem TV-Team der Vox-Sendung „HundKatzeMaus“, die am Samstag (08.08.2020) ab 18 Uhr ausgestrahlt wird.

TV-Team begleitet Tier-Retter in Witzenhausen-Ermschwerd

In der Sendung wird unter anderem zu sehen sein, wie Moderator Frank Weber um Hilfe für die Rettung der Tiere gebeten wird, berichtet Melanie Vogelei vom Tierschutzverein White Paw mit Sitz im Witzenhäuser Stadtteil Ermschwerd. Sie kümmert sich auch um den Lebenshof, den der Verein in Moringen-Oldenrode vertreibt.

Mit dabei ist auch Tierärztin Nicole Tschierse, die mit auf dem Hof wohnt und schon früher als Amtsveterinärin im Schlachthof Tiere gerettet hat. Zu sehen sein wird, wie die Kühe bei einem Viehhändler in Witzenhausen stehen, von wo sie eigentlich zum Schlachter gehen sollten. „Die schauen Dich mit großen Augen an und Du weißt, wo sie landen“, sagt Moderator Frank Weber im Telefongespräch.

Gemeinsam mit den Tierschützern der Initiative Lebenskühe, des Gnadenhöfles, Peta Deutschland und „Rettet das Huhn“ gelang es White Paw, 14 Kühe zu retten – darunter 7 Kälber, die von fremden Kühen, die noch Milch geben, gesäugt wurden. „Es ist eine Mutter-Kind-Beziehung entstanden“, sagt Vogelei.

Aus Ermschwerd: TV-Dreh mit ehrenamtlichen Tier-Schützern

Ein Teil der Tiere sollte geschlachtet werden, weil der Hof, von dem sie stammen, aufgelöst wurde. Von Witzenhausen aus ging es unter Kamerabegleitung für einige Tiere nach Kleinalmerode, wo sie nun in Quarantäne stehen, bis sie zu einem Pensionslandwirt ziehen dürfen. Die anderen Tiere wurden bereits auf Lebenshöfe verteilt.

Wie war der Dreh für die Ehrenamtlichen? „Für mich furchtbar“, sagt Melanie Vogelei und lacht. „Ich kann das nicht. Aber der Produzent war sehr geduldig mit mir.“ Insgesamt sei der Dreh schön gewesen, „aber auch ein bisschen traurig, weil noch andere Tiere beim Händler zur Schlachtung dort stehen.“

Umgang mit Nutz-Tieren wird in TV-Show kritisiert

Frank Weber würdigt das Engagement der Tierschützerinnen. „Ich finde es großartig, dass Menschen sich für Nutztiere einsetzen.“ Auf dem Lebenshof habe er nur einige Stunden verbracht. Aber: „Es ist viel Arbeit das sauber zu halten und ein Wahnsinnsstress. Es gehört viel Engagement dazu und Liebe.“

Dazu kämen die Kosten. Es reiche nicht, ein Tier zu kaufen, es müsse auch versorgt werden. „Der Hof ist eine Oase, die zeigt, wie Tiere auch leben können.“

Generell kritisiert Weber den aktuellen Umgang mit Nutztieren. Sei es die industrialisierte Milchgewinnung oder, dass ein Bullenkalb nur noch 8 Euro koste. „Eine Schande“, wie er sagt. Tiere seien kein Industrieprodukt. (Nicole Demmer)

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