40 Jahre Öko-Landbau

Universität feiert in Witzenhausen den Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften

Spannend: In der Talkrunde von Bernward Geier (links) berichteten Toni Schreiber, Susanne Padel und Dagmar Sautter von ihrem Kampf für die Einrichtung des Fachgebietes vor 40 Jahren.
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Spannend: In der Talkrunde von Bernward Geier (links) berichteten Toni Schreiber, Susanne Padel und Dagmar Sautter von ihrem Kampf für die Einrichtung des Fachgebietes vor 40 Jahren.

Große Wiedersehensfreude herrschte am Samstag an der Universität in Witzenhausen, wo der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften sein 40-jähriges Bestehen feierte.

Witzenhausen – Rund 150 ehemalige und aktuelle Dozenten, Mitarbeiter und Studierende waren zum Teil von weither angereist, um an dem ganztägigen Festakt teilzunehmen. „Auch wenn gerne noch mehr Gäste gekommen wären und wir diese natürlich auch gerne eingeladen hätten, freuen wir uns, dass wir die Veranstaltung trotz der bedrohlichen Corona-Zahlen überhaupt durchführen können“, sagte Angelika Plöger, langjährige Professorin am Fachbereich und Vorsitzende des gastgebenden Vereins zur Förderung einer sozialverträglichen Ernährungs- und Landschaftskultur. Unter Einhaltung der 3G-Regel konnte sie immerhin 90 Teilnehmer im großen Hörsaal und nochmals 50 im kleinen Hörsaal begrüßen, wohin die Veranstaltung per Video übertragen wurde. Und für alle, die nicht persönlich anwesend sein konnten, gab es auch noch einen Live-Stream im Internet.

„Wir machen diese Veranstaltung für all die Heldinnen und Helden, die vor 40 Jahren für diesen Lehrstuhl gekämpft haben“, sagte Prof. Angelika Plöger. Unter dem Motto „Aus vitalen Wurzeln Zukunft ökologisch gestalten“ hatten die Organisatoren ein buntes Vortragsprogramm zusammengestellt. Dabei gab es einen bewegten Blick zurück in die Geschichte des Fachbereichs 11, unter anderem durch die ehemaligen Dekane Prof. Hardy Vogtmann, Prof. Jürgen Heß und Prof. Peter von Fragstein sowie den ehemaligen Präsidenten der Gesamthochschule Kassel, Prof. Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Es wurde aber auch ein Blick nach vorne geworfen, indem aktuelle Studierende die Herausforderungen für die Zukunft des Ökolandbaus formulierten.

Launig: Seine bewegten Erinnerungen teilte der ehemalige Hochschulpräsident Ernst-Ulrich von Weizsäcker.

Zunächst jedoch durften die obligatorischen Grußworte nicht fehlen. „Wir feiern heute die Rolle der ökologischen Landwirtschaft insgesamt, aber auch unseren Fachbereich selbst“, sagte die aktuelle Dekanin Prof. Maria Finckh. „Alle hier Anwesenden haben geholfen, diesen Fachbereich zu dem zu machen, was er heute ist“, lobte sie. In ihrem per Video eingespielten Grußwort hob Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Bedeutung des Witzenhäuser Fachbereichs für die ökologische Landwirtschaft hervor. Eine Besonderheit sei unter anderem aber auch seine Vorreiterrolle im Bereich der Kompostierung von Bioabfällen gewesen. „Ohne Witzenhausen gäbe es bundesweit keine Grüne Tonne“, hatte zuvor auch schon Dekanin Finckh erwähnt.

„Für mich ist dies kein Grußwort von der Stange“, betonte der stellvertretende Landrat Dr. Rainer Wallmann, der selbst am Fachbereich Ökologische Landwirtschaft sein Studium absolviert hatte und für den dies „ein sehr emotionaler Moment“ sei. „40 Jahre Ökologische Agrarwissenschaft in Witzenhausen ist auch ein Meilenstein für den Werra-Meißner-Kreis“, sagte Wallmann. Immerhin habe der Landkreis durch zahlreiche Startups und Ausgründungen eine große Wertschöpfung erfahren.

Den geselligen Teil des Festaktes, der von den Teilnehmern zu angeregten Gesprächen genutzt wurde, bildete die eineinhalbstündige Mittagspause. Dafür war im Innenhof des Unigeländes an der Nordbahnhofstraße eigens ein Ökomarkt aufgebaut worden, auf dem Leckereien aus der Region angeboten wurden. Am Ende durften sich die Organisatoren über eine rundum gelungene Veranstaltung freuen, die allen Beteiligten lange in guter Erinnerung bleiben dürfte. (Per Schröter)

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