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Unternehmen im Kreis haben Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden

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Von: Wiebke Huck

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Eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe eröffnet vielfältige  Karriereoptionen. Trotzdem sind viele Ausbildungsstellen im Handwerksbereich unbesetzt.
Eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe eröffnet vielfältige Karriereoptionen. Trotzdem sind viele Ausbildungsstellen im Handwerksbereich unbesetzt. © Timo Volz

Es gibt einen Überhang an Ausbildungsstellen im Werra-Meißner-Kreis (WMK). Das geht aus dem Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit in Kassel hervor. Auf Anfrage bestätigt das auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg: „In unserer Lehrstellenbörse sind noch circa 400 offene Plätze aller Branchen und unterschiedlicher Berufe enthalten“, sagt Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Kassel-Marburg.

Werra-Meißner – Die Agentur für Arbeit meldet für den Monat Juni 590 ausgeschriebene Ausbildungsstellen, dem gegenüber stehen 480 Bewerber. Im Vergleich zum Monat Mai, in dem es 580 Stellen und 450 Bewerber gab, ist die Zahl der angebotenen Stellen im Kreis um 8 Prozent gestiegen, während die Zahl der Bewerber um 12 Prozent zurückgegangen ist. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Monate fort.

In einer Umfrage der IHK hätten mehr als die Hälfte der befragten regionalen Unternehmen den Fachkräftemangel als zweitgrößtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten benannt. „Auf Platz eins liegen die steigenden Rohstoff- und Energiepreise“, so Fölsch weiter. Gerade im Handwerksbereich sei es schwierig, Bewerber zu finden, weiß auch Uwe Kümmel, Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit. Ein Grund dafür sei der Trend zur Folgeschule. Statt für eine Berufsausbildung würden sich viele Schüler nach der 10. Klasse für das Gymnasium oder die Fachoberschule entscheiden und danach oft einen Studiengang wählen.

Dabei würde Nachwuchs dringend gebraucht: „Es findet eine Überalterung statt, nicht nur bei Meistern, sondern auch Gesellen“, so Kümmel weiter. Junge Hände würden dringend gebraucht.

Auch im Bereich der Hotel- und Gaststätten sowie im Einzelhandel sei die Zahl der freien Stellen hoch. „Gerade im Gastgewerbe hat Personal infolge von Lockdowns und längerfristigen Schließungen die Branche gewechselt. Nun besteht ein großer Bedarf an Arbeitskräften“, ergänzt Dr. Thomas Fölsch. Und dazu gehören auch Auszubildende.

Zwar gibt es auch Auszubildende, die bisher bei der Stellensuche nicht fündig geworden sind, und weiter suchen würden, laut Arbeitsagentur im WMK etwa 200, dem gegenüber stehen aber 330 bei der Agentur gemeldete, unbesetzte Stellen. Im Juni des vergangenen Jahres waren es 230 Suchende und 240 freien Stellen, die Zahlen waren also deutlich ausgeglichener.

Ausbildungsplätze online finden

Freie Ausbildungsplätze bietet die IHK über ihre Lehrstellenbörse unter ihk-lehrstellenboerse.de an, in der Angebote und Gesuche kostenfrei eingestellt werden können. Auch die Agentur für Arbeit bietet freie Stellen, Beratungsmöglichkeiten und Vermittlungshilfen an, unter arbeitsagentur.de. Dort können online Termine vereinbart werden. Ausbildungen können noch bis zum 1. Oktober, nach Absprache mit Betrieben und Kammern auch später begonnen werden. (hbk)

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