Ortsbeirat und Stadt haben keine Bedenken

Geflügelschlachthof und Mineralöllager am Ortsrand von Unterrieden 

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Wollen raus aus dem Zentrum Unterriedens ins Gewerbegebiet: Susanne und Markus Roth, deren Vorhaben bereits einen dicken Aktenordner füllt.

Die ersten Hürden sind genommen: In absehbarer Zeit könnte in unmittelbarer Nähe von Unterrieden ein Schlachthaus und ein Mineralöllager entstehen.

Geht es nach dem Willen des Ortsbeirats von Unterrieden, dann werden das Schlachthaus und das Mineralöllager im Schnittpunkt der Bundesstraßen 27 und 80 am nördlichen Ortsrand des Witzenhäuser Stadtteils gebaut.

Im Beisein von Bürgermeister Daniel Herz, Bauamtsleiter Bernd Westermann und Mitgliedern des Magistrats stimmte das Gremium unter Vorsitz von Sylvia Müller in seiner jüngsten Sitzung einmütig dem Verkauf von Grundstücken im Gewerbegebiet an die ortsansässige Firma Bioland Frischgeflügel Roth sowie an die Raiffeisen Handels- und Vermittlungsgesellschaft mit Sitz in Eichenzell zu.

Mit ihrer ursprünglichen Absicht, die 500 Quadratmeter großen Produktionsräume für Schlachten und Zerlegen in der Ortslage um 25 Quadratmeter oder fünf Prozent zu erweitern, waren Markus und Susanne Roth gescheitert. Weil ein Sohn und einer ihrer Mitarbeiter fest entschlossen seien, den Betrieb später weiterzuführen, hätten sie sich für einen Neubau entschieden, während Verarbeitung und Verkauf am alten Standort in der Ludwigsteinstraße verbleiben sollen. Das Unternehmen vermarktet Bioland-Geflügelfleisch vom eigenen Hof in Neu-Eichenberg sowie weiteren Betrieben aus der Region.

Nachdem alle Fragen der Ver- und Entsorgung von Wasser und Abwasser mit den Stadtwerken geklärt seien, stehe dem Bauvorhaben aus städtischer Sicht nichts entgegen, betonte Westermann, der zudem darauf verwies, schon jetzt gingen von dem Betrieb in der Ortslage keine Belästigungen aus.

Allerdings sei das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz noch nicht abgeschlossen. „Und das kann dauern“, weil viele Stellen involviert seien, beschied er die Bauinteressenten, die sich nach eigenen Angaben schon seit zwei Jahren um eine Realisierung ihrer Pläne bemühen.

Von derzeit pro Jahr 50.000 auf zunächst 70.000 Schlachtungen des Federviehs wollen sie ihren Betrieb erweitern mit Zuwachsraten von jeweils zehn Prozent in den ersten fünf Jahren. Kommentar aus dem Ortsbeirat: „Das ist das, was wir wollen und die Landwirtschaft braucht.“

Einen zweiten Anlauf unternimmt auch Raiffeisen. Das Unternehmen, das von der Firma Speck in der Kasseler Landstraße in Witzenhausen den Mineralölhandel übernommen hat, wollte zunächst nämlich auch noch eine Tankstelle für einen begrenzten Kundenkreis errichten, was der Bebauungsplan aber nicht hergab und die Stadt deswegen strikt untersagte.

Jetzt soll nach der korrigierten Planung mit drei Tanks gegenüber dem Areal des Technischen Hilfswerkes die derzeitige Kapazität bei Speck von rund 160.000 Litern auf 200.000 bis 300.000 Liter erweitert werden.

Die Lage sei geografisch und strategisch günstig. Sternförmig könne das Dieselöl bis in die Räume Eschwege und Großalmerode sowie in das Eichsfeld geliefert werden, ohne weder Witzenhausen noch Unterrieden durch Verkehr zu belasten, machte Geschäftsführer Reinhard Kirchner das Projekt schmackhaft. Die bis zu 3,50 Meter hohen Tanks sollen laut Kirchner ringsum mit einer Hecke begrünt werden. Außerdem sicherte er einen dauerhaften Verbleib an diesem Standort und eine geringfügige Aufstockung der Arbeitsplätze zu. 

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