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Miteinander statt Glamour an der Werra in Witzenhausen

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Von: Hannah Köllen

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Sigrid Rudolph betreibt seit 1991 den Campingplatz in Witzenhausen. Für das Osterwochenende hat sie bereits viele Buchungen entgegennehmen können.
Sigrid Rudolph betreibt seit 1991 den Campingplatz in Witzenhausen. Für das Osterwochenende hat sie bereits viele Buchungen entgegennehmen können. © Hannah Köllen

„Camping hat durch Corona einen echten Schub erlebt“, sagt Sigrid Rudolph. Sie leitet den Campingplatz Werratal in Witzenhausen. Laut einer Umfrage der Online-Plattform Statista wurden im Jahr 2020 allein in Deutschland mehr als 28 600 Caravans und rund 48 200 Reisemobile neu zugelassen. Camping sei eine gute Alternative zum klassischen Hotelurlaub, findet Rudolph.

Witzenhausen – Vor allem in Pandemiezeiten hätten viele Menschen diese Form des Reisens für sich entdeckt. „Seit Beginn der Pandemie haben viele Menschen probiert, ob Camping ihr Ding ist.“ Viele von ihnen hätten hierfür eine der insgesamt fünf Hütten auf dem Campingplatz an der Werra gemietet. Die Hütten sind ab 30 Euro pro Nacht zu mieten.

Doch Corona hat der Campingbranche nicht nur den Aufschwung gebracht. Mit dem ersten Corona-Lockdown musste Rudolph ihren Campingplatz für zwei Monate schließen. Im November 2020 folgte dann eine erneute Schließung, die bis Pfingsten 2021 anhielt. „Danach hatten wir für die Saison nur noch Fronleichnam als langes Wochenende, das war schon sehr ärgerlich“, sagt Rudolph.

Die Nachweiskontrollen hätten grundsätzlich keine Probleme mit sich gebracht, berichtet Rudolph. Nur selten hätte es Diskussionen mit Kunden gegeben. „Es ist natürlich schwierig, dass wir hier direkt an der Grenze zu zwei anderen Bundesländern liegen. Manche Gäste haben unsere Regeln nicht nachvollziehen können, weil sie aus einem Bundesland kamen, in dem andere Corona-Regelungen galten.“

Mittlerweile muss Rudolph bei ihren Kunden keine Nachweise mehr kontrollieren. Die im Zuge der Pandemie neu geschaffenen Hygienemaßnahmen behält sie jedoch weiterhin aufrecht. So dürfe sich im Spülbereich immer nur eine Person aufhalten. „Das wäre vor drei Jahren noch undenkbar gewesen, dass sich die Leute hier anstellen, um ihr Geschirr zu spülen“, sagt Rudolph.

In den Toiletten- und Duschräumen können sich die Menschen gut aus dem Weg gehen, da es hier separate Kabinen gibt. Die Hinweisschilder, die auf das Tragen einer Maske und auf das Abstandhalten verweisen, hat Rudolph hängen lassen. „Spätestens im Winter kommt Corona bestimmt wieder zurück“, sagt Rudolph.

Die meisten Besucher kommen im eigenen Wohnmobil, Wohnwagen oder bringen ihr Zelt mit. Auf dem drei Hektar großen Campingplatz stehen bis zu 120 Stellplätze zur Verfügung. „40 davon sind unsere Dauerstellplätze, die sind ganzjährig belegt“, sagt Rudolph.

An der Rezeption betreibt Sigrid Rudolph einen Brötchen- und Eisverkauf. Außerdem bietet sie auf dem Campingplatz einen Kanuverleih an. Der Campingplatz ist das ganze Jahr über geöffnet, „im Winter ist aber eh nix los.“ Jährlich verzeichnet der Campingplatz bis zu 6000 Übernachtungen. Das Pfingstwochenende sei das meist gebuchte, sagt sie. Dieses Jahr seien auch für die Osterfeiertage viele Buchungen eingegangen. „Es hängt alles vom Wetter ab. Wir hatten auch schon eiskalte Pfingstwochenenden.“

Neuen Trends in der Branche folgt Rudolph nur bedingt. „Man kann einfach nicht alles umsetzen.“ Die neueste Entwicklung heißt Glamping, glamouröses Camping. „Diese Hütten gleichen schon eher einem voll ausgestatteten Hotelzimmer. Das wäre bei uns gar nicht möglich, weil wir keinen Wasseranschluss an den Stellplätzen haben.“

Sigrid Rudolph setzt auf ihrem Campingplatz, den sie bereits seit 1991 betreibt, weniger auf Glamour, dafür mehr auf das Miteinander. Viele ihrer Gäste kommen bereits seit Jahren immer wieder zu Besuch, darunter viele Familien. Die Altersstruktur der Gäste sei aber ganz gemischt. „Wir sind hier ein echt buntes Völkchen. Wir Camper kommen schnell miteinander in Kontakt.“

campingplatz-werratal.de

(hko)

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