Arbeitsgemeinschaft besteht seit zehn Jahren

Vereine verdienen in Witzenhausen bei Altpapiersammlung mit

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Altpapierannahme im Papierwerk DS Smith: Seit mehr als zehn Jahren sorgt die Arbeitsgemeinschaft Altpapierwertung mit Kassierer Jürgen Vogelei (links) und dem Vorsitzenden Volker Stöneberg dafür, dass sich die Vereine bei der Altpapiersammlung ein kleines Zubrot dazu verdienen können.

Witzenhausen. Blaue Tonne für das Altpapier gibt es in Witzenhausen nicht - denn hier sorgen Vereine für die Abfuhr und verdienen sich ein bisschen was für die Vereinskasse dazu.

Bereits seit zehn Jahren sorgt die Arbeitsgemeinschaft Altpapierverwertung (Arge) in Witzenhausen dafür, dass sich mittlerweile 36 Vereine ein kleines Zubrot dazu verdienen können und die Stadt von zusätzlicher Verwaltungsarbeit befreit ist.

„Dabei ging es Anfang des Jahres 2008 heiß her“, kann sich der Arge-Vorsitzender Volker Stöneberg noch gut an die Phase im Frühjahr erinnern. Die Altpapierpreise waren auf Rekordniveau, und jeder wollte ein Stück vom Kuchen abhaben. Neben den privaten Entsorgern, die mit der Einführung einer blauen Tonne warben, ließ auch der Abfallzweckverband Werra Meißner die bestehenden Regelungen zur Einsammlung und Verwertung von Altpapier bei den Kommunen überprüfen.

Da die Witzenhäuser Vereine aufgrund der Nähe zur Papierfabrik bereits seit Ende der 1970er-Jahre eigenständig das Papier einsammelten, sollte dies natürlich so bleiben. Um sich rechtlich abzusichern, musste allerdings eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet werden, die die Altpapierverwertung ohne die Stadt selbstständig mit dem Papierwerk regelt.

Während die Gründung der Arge für die Stadt lediglich eine Entlastung der bislang von der Stadt bezuschussten Altpapiersammlung in Höhe von 38 000 Euro bringen würde, versprach die Zweckverbandslösung durch den zu dieser Zeit hohen Altpapierpreis Mehreinnahmen von 120 000 Euro für das Stadtsäckel.

„Wir haben damals für unsere Lösung zusammen mit der HNA und Flugblättern gekämpft, damit die Vereine ihr Zubrot behalten können“ sagte Stöneberg. Und tatsächlich entschied sich die Stadtverordnetenversammlung am 29. April 2008 gegen den Magistratsvorschlag mit der Zweckverbandslösung und für die Vereinssammlung mit der Arge. So sammeln 36 Vereine übers Jahr etwa 1100 Tonnen Altpapier und sorgen mit 70 Euro pro Tonne für die Aufbesserung ihrer Vereinskasse. 2009 waren es noch 1000 Tonnen mit 60 Euro pro Tonne. „Da es in letzter Zeit mehrere sicherheitsrelevante Vorfälle bei der Sammlung und im Papierwerk gab, hat die Arge den Vereinen, die allesamt Gesellschafter sind, die Sicherheitsregeln nochmals genau definiert und deren Befolgung ans Herz gelegt“, sagt Stöneberg. Bei Nichtbeachtung drohe ein Ausschluss des jeweiligen Vereins. Weiter bittet er die Bürger, an den Sammeltagen das Altpapier gut gebündelt und gut sichtbar bis spätestens Samstag, 8 Uhr, bereitzustellen.

Die Sammeltermine für die Kernstadt stehen im Abfallkalender der Stadt; Termine für die Stadtteile werden in der HNA und durch die Vereine mitgeteilt. „Wenn es zu spät rausgestellt oder von den Sammlern nicht gesehen wird, wird das Papier nach einigen Tagen vom Bauhof abtransportiert und dem zuvor sammelnden Verein in Rechnung gestellt“, so Stöneberg.

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