Experte befürchtet bis zu 90 Prozent Ernteausfall

Verkauf der Kirschen im Werratal läuft nur schleppend an

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Erdbeeren gibt es auch: Harald Ludwig mit Kaya Sue Krumbein (8) verkaufte gestern zum zweiten Mal in diesem Jahr erst Süßkirschen an der Straße. Die Hinweisschilder hatte er aber – wie andere Standbetreiber auch – schon vor zwei Wochen aufgestellt. 

Witzenhausen. Nach den strengen Frostnächten während der Blüte im April hatte es sich schon angedeutet: Die Ernte der Süßkirschen im Werraland rund um Witzenhausen fällt in diesem Jahr sehr schlecht aus.

Entsprechend läuft der Verkauf der roten Früchte an Ständen an den Durchgangsstraßen im Kreis nur schleppend an.

Seit einer knappen Woche würden Kirschen geerntet, berichtet Obstanbau-Experte Eberhard Walther, der beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel Gartenbauberater ist. In höheren Lagen hätte der Frost nicht so zugeschlagen. Die Qualität der Kirschen dort sei gut, lobt er vor allem das Aroma der Früchte. Derzeit werden die frühen Sorten vom Baum genommen, das sind Burlat und Van. Aber auch Kordia und Büttners Rote Knorpel werden schon reif.

Insgesamt gebe es aber wesentlich weniger Kirschen als üblich. Auf manchen Plantagen schätzt der Experte den Ausfall auf 90 Prozent. Insgesamt tendiert die Ernte womöglich auf knapp ein Drittel des normalen Jahresertrags, prognostiziert Walther. Genauer lasse sich das aber nicht sagen.

In manchen Lagen liegt der Ertrag sogar nur bei drei Prozent, was im Prinzip das Pflücken nicht lohne, sagt der Unterrieder Harald Ludwig, der mittlerweile nur noch für den Betrieb seines Schwagers bei Obsternte und Verkauf hilft. Deshalb habe man auch den Erntehelfern für dieses Jahr absagen müssen. Der Arbeitsaufwand stehe in solchen Fällen nämlich in keinem Verhältnis zum Ertrag.

Selbstgemalte Hinweisschilder am Rand von B 27 und B 80 machen allerdings schon seit zwei Wochen auf den Verkauf von „Witzenhäuser Kirschen“ aufmerksam. Allerdings, und das verärgert nach Informationen der HNA doch etliche Autofahrer, hätten die Stände bislang noch geschlossen. Erst am gestrigen Mittwochvormittag begann der Straßenverkauf dann doch an mehreren Stellen. 

Warum die Kirschenanbauer Angst vor Fliegen und Waschbären haben, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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