Kunden und Standbetreiber halten trotz Andrang Abstand ein

Wochenmarkt für viele Witzenhäuser nicht wegzudenken

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Viele Kunden und gut vorbereitete Händler: Der Wochenmarkt in Witzenhausen ist für viele freitags nach wie vor der bevorzugte Ort, um frische Lebensmittel zu kaufen. 

Der Witzenhäuser Wochenmarkt lockte am Freitag viele Besucher in die Innenstadt.  Kunden und Standbetreiber hielten sich trotzdem an Vorschriften und nahmen gegenseitig Rücksicht. 

 es auch in Zeiten von Corona alles, was das Herz begehrt. „Wir halten durch“, sind sich die Standbetreiber einig. Die Kunden danken es ihnen: Während der Marktplatz am Mittwoch menschenleer war, zeigte sich am Freitagvormittag ein vollkommen gegenteiliges Bild.

„Unsere Stammkunden halten uns die Treue“, sagt Michael Geisel, der seit mehr als 30 Jahren Meeresspezialitäten auf dem Witzenhäuser Wochenmarkt verkauft. Insgesamt aber seien die Einnahmen zurückgegangen. Trotzdem freut er sich, dass der Markt noch so gut besucht wird. Andernorts sei das nicht mehr der Fall, weiß der Fischhändler aus eigener Erfahrung.

Obwohl so viele Kunden am Freitag zum Marktplatz kamen, hielten sich Käufer und Verkäufer vorbildlich an die geltenden Vorschriften: Abstand halten und Rücksicht nehmen. Viele Stände hatten weiß-rotes Flatterband um ihre Tische gezogen, an jedem Stand hingen Hinweisschilder und das Tragen von Handschuhen gehört für die meisten in diesen Tagen dazu.

Wir bleiben so lange wir dürfen und gesund sind

Auch Ingrid und Rainer Sprengel aus Friedland boten am Freitag ihr Obst und Gemüse sowie verschiedene Pflanzen an. „Wir stehen fünf Mal in der Woche auf Märkten. Wir leben davon und darum bleiben wir, so lange wir dürfen und gesund sind“, so Ingrid Sprengel. Sie und ihr Mann haben in den vergangenen Wochen eine Verhaltensänderung bei den Kunden wahrgenommen, die ihnen gefällt: „Es wird nicht mehr alles angefasst“, sagt Rainer Sprengel. Manche Kunden würden sonst sogar am Obst und Gemüse riechen, das käme zurzeit gar nicht mehr vor, ergänzt seine Frau. Beiden wäre es recht, wenn das auch in Zukunft so bleiben würde. „Natürlich verstehe ich, dass eine reife Tomate duftet, aber man sollte auch an die anderen Kunden denken“, so die Standbetreiberin.

Jutta Seesing von der Käserei Josephshof aus Frankenhain stand ebenfalls am Freitag, wie gewohnt, auf dem Witzenhäuser Wochenmarkt. „Ich freue mich über jeden tapferen Kunden, der trotz der schwierigen Zeit zu uns kommt“, sagt Seesing. Auf den Umsatz, den sie auf den Wochenmärkten macht, könne sie unmöglich verzichten, so die Bio-Bäuerin. Für sie ist die jetzige Situation aber auch Anlass zur Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass die Menschen anfangen umzudenken“, sagt sie. Vielleicht bleibe ja etwas von der Hilfsbereitschaft, die sich derzeit überall entwickelt, auch nach der Coronakrise hängen. Auch frische Eier und Vollkorn-Bio-Brot wird es in den kommenden Wochen weiterhin auf dem Witzenhäuser Wochenmarkt geben: „Wenn wir dürfen und können, sind wir da“, so Michaela Herwig, die die Zwei-Burgen-Blick-Eier verkauft.

Aber nicht nur in Witzenhausen halten die Marktbeschicker durch, auch in Hessisch Lichtenau werden die Bürger weiterhin freitags mit frischen Waren versorgt, genau wie donnerstags in Bad Sooden-Allendorf.

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