Bilder, Stoff-Collagen und Suppe für alle

Viel Kultur in den Dorfkirchen in und um Witzenhausen

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Armenspeisung in der Michaelskapelle: Aaron Nolte und Pascal Faßhauer (rechts) gaben am Sonntag die Suppe aus. Unter anderem ließen es sich Sascha Krause (vorne links), Rose Müller und Wolfgang Ziebart schmecken. 

Witzenhausen - Ausstellungen, Andachten, Konzerte, Vorträge, eine Lesung und immer offene Türen – am Denkmal-Wochenende standen die 17 Dorfkirchen in und um Witzenhausen im Mittelpunkt. Eine Auswahl:

In allen Ortsteilen gab es am Samstag oder Sonntag, in manchen sogar an beiden Tagen, eine abwechslungsreiche Mischung aus Kunst und Musik. Bereits am Freitagabend fand die Auftaktveranstaltung in der Dorfkirche in Neuseesen statt, mit Veronika Kühnapfel vom Ortskuratorium Werratal der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dekanin Ulrike Laakmann und Pfarrer Martin Laakmann.

Außerdem gab es einen einführenden Vortrag über die Dorfkirchen von Witzenhausen, gehalten von Dr. Götz Pfeiffer, Kunsthistoriker der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Gertenbach

In Gertenbach zeigte der Künstler Edgar Wied seine Werke unter dem Titel „Bilder zwischen Licht und Zeit“. Die Ausstellung hatte er eigens auf die besondere Atmosphäre der Kirche abgestimmt. Gut harmonierten die intensiven Farben mit dem besonderen Licht, das durch die Buntglasfenster fiel. Edgar Wied spielte mit diesem Licht und stimmte die Standorte seiner zwölf Bilder gekonnt auf die Lichtverhältnisse ab.

Zu sehen waren vor allem Heimatmotive in besonderen Farbgebungen, in denen sich Perspektiven, Vergänglichkeit und Spiritualität wiederfanden.

Ziegenhagen

In Ziegenhagen zeigte die Künstlerin Angred Hoffmann ihre Upcycling-Textilkunst in der Kirche. Sie stellt Collagen aus Stoffresten her. Einst waren ihre Bilder Blusen, Unterröcke, Tischdecken, Halstücher oder Vorhänge. Die gelernte Dekorateurin hat ein Auge für Farben und Formen, weiß, was zusammenpasst und sich gegenseitig in Wirkung, Form und Farbe unterstützt. So entsteht ihre Kunst nicht mit Farbe und Pinsel, sondern mit Nadel und Faden. Die Motive von Angred Hoffmann, die seit zehn Jahren in Ziegenhagen lebt, sind vielseitig und abwechslungsreich.

Für die musikalische Begleitung sorgte am Samstagvormittag die Pianistin Catherine Marsac mit entspannenden Klängen.

Wendershausen

Die Kirche in Wendershausen erstrahlte am Samstagabend in bunten Farben, sie wurde von zahlreichen Scheinwerfern in rotes, blaues und grünes Licht getaucht. Auch im Inneren warteten verschiedene Lichtinstallationen auf die Besucher sowie ein Fingerfood-Buffet. Als Höhepunkt war der Dachboden für Besucher geöffnet. Sie konnten bis zur historischen Kirchenuhr hinaufklettern und den gesamten Raum über dem Kirchenschiff erkunden. Sogar eine Fotobox war unter dem Dach eingerichtet, wo sich die Besucher gegenseitig fotografieren konnten.

Für Musik sorgten am Samstagabend Manuel und Frieda Petermann mit stimmungsvollen Klängen auf Saxophon und Keyboard.

Witzenhausen

Die Michaelskapelle an der Walburger Straße in Witzenhausen hatte in den vergangenen Jahren viele Bestimmungen. Das Bauwerk aus dem Jahr 1392, das etwas versteckt hinter dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Hospitalgebäude liegt, war Kapelle, Kinderkarten, Hospitalkapelle und diente während eines Großteils seiner Geschichte den Kranken und Armen. Heute finden vor allem Taufe und Hochzeiten in der Michaelskapelle statt sowie besondere Andachten. Vielfach fanden in der Vergangenheit Armenspeisungen in der Michaelskapelle statt.

Um daran zu erinnern, gab es am Sonntag in dem altehrwürdigen Gebäude für die Besucher Suppe und Getränke. Alle waren eingeladen, sich vegetarische Gemüsesuppe und saisonale Kürbissuppe schmecken zu lassen, die in drei großen Töpfen dampfend auf die Gäste wartete. „Unsere Suppe besteht nur aus besten, rein biologischen Zutaten und ist natürlich hausgemacht“, sagte Pfarrerin Kerstin Ortmann.

Eine Ausstellung mit vielen Fotos von Karl-Ludwig Dierksen zeigte die Entwicklung der Michaelskapelle. Und musikalisch wurde die symbolische Armenspeisung begleitet von Tabea Dorn an der Violine und Christopher Weik an der Orgel.

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