Ein Jahr mit Erfolgen und Aufregern

Viele Gäste beim Witzenhäuser Neujahrsempfang

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Strahlende Freude bei (von links) Carina Gerstenberg, Marlene Kühne und Jonas Herrmann über den Preis. Mit ihnen freut sich Bürgermeister Daniel Herz (hinten).

Scherben bringen Glück: Kurz vor dem Neujahrsempfang im Rathaus hatte Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz seine Brille zerbrochen, doch mit Charme gelangte er auch im Blindflug mühelos durch sein Redemanuskript.

Einmal mehr war am Freitagabend der Saal im Rathaus zum Jahresauftakt der Verwaltung proppenvoll – und nicht nur, da der Erntefestausschuss, der den Ehrenamtspreis erhielt, in Mannschaftsstärke angerückt war. Daniel Herz ließ die Höhepunkte des Jahres 2019 noch einmal Revue passieren. Der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke hatte auch die Reihen der Witzenhäuser Kommunalpolitik erschüttert. „Mit ihm haben wir einen starken und guten Vertreter des ländlichen Raums verloren“, sagte Herz. Er erinnerte an die im vergangenen Jahr verstorbenen Ute Lampe, Ralf Schuhmacher und Wolfgang Dovidat, die viel für Witzenhausen getan haben.

Es gab Erfolge und Aufreger: So konnte der Erhalt der Platanen auf dem Marktplatz vereinbart werden, das Breitbandnetz wurde weiter ausgebaut, der Kreisel vor der Sparkasse errichtet, das Regionalmarketing durch die Pro Witzenhausen GmbH neu aufgestellt und die Einrichtung eines zweiten Waldkindergartens und weiterer Krippen auf den Weg gebracht werden. In 2020 sollen neue Bauprojekte folgen, etwa die Sanierung der Turnhalle am Südbahnhof, und es wurde durch ein Projekt der Uni Wuppertal ein Wirtschaftsförderer bestellt.

Herz erinnerte an herausragende Feste im Jahreskalender wie das Erntefest und der deutsche Königinnentag, der die Bekanntheit der Kirschenstadt überregional gesteigert habe. In diesem Jahr stehe wieder das beliebte Kunst-Event „Treppen, Keller, Hinterhöfe“ an, Roßbach wird 775 Jahre alt und sowohl der VfB Witzenhausen als auch die Jugendburg Ludwigstein feiern 100 Jahre Bestehen. „Besonders freue ich mich auf das Street-Food-Festival zur Witzenhäuser Woche in diesem Jahr“, sagte Herz.

Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill warb für Verständnis für den Beschluss zum Straßenausbaubeitrag. „Wir überlegen uns immer genau, welche Entscheidungen können wir treffen, damit es allen Witzenhäusern besser geht“, sagte Schill. „Jede Entscheidung hat Gegner und Befürworter. Und wir müssen die städtischen Finanzen im Auge haben.“

Schließlich standen die diesjährigen Preisträger im Mittelpunkt. Willfried Gerstenberg, der den Bürgerpreis erhielt, rief bewegt aus: „Ich bin ein alter Witzenhüser! Ich bin in der Kirchstraße 4 geboren, doch dieses Haus gibt es heute nicht mehr – dort haben wir früher mit den Tieren zusammen unter einem Dach gelebt.“ Seine Liebe zu seiner Heimatstadt ließ ihn in zahlreichen Vereinen und Gremien tätig werden. Der Preis wurde von Daniel Herz und Uwe Linnenkohl für die VR-Bank Mitte, die den Preis stiftet, überreicht. Den neuen Preis zur Förderung der Jugend holten Marlene Kühne, Carina Gerstenberg und Jonas Herrmann für die Arbeit des Kreisjugendrings ab. Schließlich überreichte der Bürgermeister dem Erntefestausschuss symbolisch den goldglänzenden Erntepokal. Die Urkunde nahm das älteste Mitglied, Klaus Jäger, in Empfang.

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