Neue Preise seit 1. Januar

Viele Kleine zahlen drauf: Wassersatzung sorgt bei Nutzern für Ärger

+
Für Kleinverbraucher sind die Wasserpreise in Witzenhausen gestiegen. Grund ist eine neue Systematik bei der Erhebung der Gebühren.

Witzenhausen. Seit der Änderung der Entwässerungssatzung für Witzenhausen zum 1. Januar gibt es einigen Einwohnern Unmut über die neuen Preise. Ihre Kritik: Vor allem Kleinverbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen.

Das belegen die Gebührenbescheide eines Lesers mit einem Haus in Roßbach, der uns seine Abrechnungen zur Verfügung gestellt hat (siehe Beispielrechnung). Er möchte nicht namentlich genannt werden. In seinem Fall werden 120 Euro mehr für Wasser und Abwasser fällig als im Jahr zuvor - obwohl nur sieben Kubikmeter (m³) mehr Wasser verbraucht worden sind. Früher sei die Grundgebühr niedrig gewesen, die Kosten richteten sich vor allem nach dem Verbrauch. Jetzt ist der Verbrauch günstiger, dafür stieg die Grundgebühr. „Es gibt keinen Anreiz mehr, Wasser zu sparen“, sagt der Leser. „Das kann nicht im Sinne der Umwelt sein!“

Stadtwerke-Chef Thomas Meil weist auf Anfrage die Kritik zurück. Er habe zwar Verständnis für die Unzufriedenheit vieler Kleinverbraucher, auf alle Nutzer gesehen sei die Gebühren-Systematik aber gerechter geworden. Denn auch wer wenig Wasser verbrauche, nutze ja das Leitungssystem der Stadt, erklärt Meil. Auch die Kosten für die Zähler, das Ablesen von Zählerständen und die Abrechnung fallen weitgehend unabhängig vom Verbrauch an. Diese Fixkosten könnten nun besser abgerechnet werden.

Wasser zu sparen, sorgt übrigens kaum für eine dauerhafte finanzielle Ersparnis: Wenn weniger Wasser verbraucht wird, müssten die Kosten pro Kubikmeter erhöht werden, weil die Stadtwerke verpflichtet sind, über die Gebühren die laufenden Kosten für die Wasserversorgung zu decken. Weil die höhere Grundgebühr nun dafür sorgt, dass die Fixkosten besser gedeckt sind, müssten die Stadtverordneten nicht mehr jedes Jahr über höhere Wasserpreise entscheiden.

Die neue Satzung sei gerichtsfest, betont Meil. Auch andere Kommunen hätten nach diesem Muster ihre Satzung bereits umgestellt. Daran habe man sich bei der Aufstellung der Grundgebühr-Staffelung orientiert. „Nutzer, die mit ihrem Verbrauch im Mittel der Gruppe sind, zahlen praktisch das gleiche wie vorher.“

Für Nutzer an der Grenze zur nächsten Gruppe kann ein zusätzlich verbrauchter Kubikmeter Wasser aber eine deutliche Preissteigerung bedeuten, wie HNA-Leser Frank Lenz beklagt. Wer 30 m³/Jahr nutzt, zahlt 1,97 Euro Grundgebühr/Monat. Bei einem Verbrauch von 31 m³ werden dagegen 16,32 Euro/Monat fällig. Unterschied aufs Jahr: 172,20 Euro. „Man muss irgendwo Grenzen ziehen“, sagt Meil dazu. „Das können wir nicht ändern.“

Neue Staffelung bei Satzung

Die Grundgebühren sind in neun Stufen gestaffelt. Laut der Stadtwerke gehören die meisten Nutzer zur Verbrauchsgruppe 30-150 Kubikmeter (m³)/Jahr, zweitstärkste Gruppe ist die der Kleinverbraucher (bis 30 m³). Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt 100-120 m³/Jahr, ein Zwei-Personen-Haushalt liegt bei 80 m³.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.