Betroffene informieren sich bei Dialogtagen

Suedlink: Feinplanung lässt vieles im Werra-Meißner-Kreis zur Gewissheit werden

Christian Ilkenhans (von links) und Helmut Scharff aus Bad Sooden-Allendorf lassen sich von Jan Gerhard, Experte von TransnetBW für die technische Trassierung, im Haus des Gastes in Dohrenbach über die technischen Daten der Anlieferungstransporte unterrichten.
+
So lang und schwer ist der Kabeltransporter: Bei den Info- und Dialogtagen im Haus des Gastes in Dohrenbach ließen sich auch (von links) Christian Ilkenhans und Helmut Scharff aus Bad Sooden-Allendorf von Jan Gerhard, Experte von TransnetBW für die technische Trassierung, über die technischen Daten der Anlieferungstransporte unterrichten.

Noch wird untersucht und geplant, doch in einigen Jahren könnte die Suedlink-Megastromleitung quer durch den Werra-Meißner-Kreis Wirklichkeit werden. Wird dann direkt auf meinem Acker das Erdreich ausgehoben? Wo wird das dicke Stromkabel unterirdisch durchgelegt? Wie breit ist der Streifen, der für die Arbeiten benötigt wird?

Dohrenbach – Antworten auf diese und weitere Fragen konnten sich die betroffenen Grundeigentümer und Pächter sowie interessierte Bürger am Dienstag und Mittwoch im Haus des Gastes im Witzenhäuser Ortsteil Dohrenbach geben lassen. Neben zahlreichen Informationstafeln hatte der Netzbetreiber TransnetBW zwölf Experten aufgeboten, die unter anderem zu Bodenschutz und Trassierung, Umweltbegleitung und Wegerecht aufklären konnten.

Kamen am ersten Tag nur zehn Eigentümer und Pächter, nutzten am Mittwoch mehr als 30 Betroffene und Interessierte das Angebot.

Fragen drehten sich unter anderem um die Entschädigung für nicht mehr nutzbare Felder, um Behinderungen während der Bauphase und wie die dicken Kabel in den Boden kommen. Antworten gab es auch bezüglich der Wärmeentwicklung im Boden, wenn die Leitungen in Betrieb sind. Aber auch die Sinnhaftigkeit des Ausbaus des Stromnetzes in Deutschland generell wurde hinterfragt, wozu zusätzlich Mitarbeiter der Initiative „Bürgerdialog Stromnetz“ Rede und Antwort standen.

Sorgen bereiteten, wie Bürgerreferentin Hanna Jansky von TransnetBW aufnahm, beispielsweise die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen nach dem Verlegen der Leitungen sowie Schäden an Straßen und Wegen durch die Anlieferung der viele Tonnen schweren Erdkabel.

Auf großen Bildschirmen konnte zudem der Verlauf der 100 Meter breite Feintrassierung innerhalb des festgelegten Korridors flurstückgenau gezeigt werden.

Dabei fiel unter anderem Gerhard Müller-Lang, dem zuständigen Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung, auf, dass zwar der 40 bis 45 Meter breite Arbeitsstreifen erkennbar ist. Allerdings fehlen jegliche Hinweise auf die Auffächerung an den Stellen, an denen die insgesamt vier Kabel unterirdisch weitergelegt werden, beispielsweise unter die Werra und viele Straßen sowie durch Höhenzüge. Dort geht die Baustelle jeweils stark in die Breite.

Weil diese Stellen und die genaue Breite aber noch nicht endgültig feststünden, obwohl der Feintrassenverlauf bereits weitgehend klar ist, wolle man nicht verfrüht und womöglich unbegründet Ängste spüren, wurde Müller-Lang von TransnetBW-Vertretern beschieden.

Anschauungsmodell: Der Querschnitt des Stromkabels, das – dann noch eingebettet in eine 25 Zentimeter starke Schutzhülle – in der Erde verlegt werden soll, wurde auch gezeigt, hier von Bürgerreferentin Hanna Jansky von TransnetBW.

Man habe jetzt für vieles Gewissheit bekommen, was wir schon erwartet hatten, sagte Helmut Scharff aus Bad Sooden-Allendorf nach seinem Rundgang. Und man habe jetzt Aussagen über die Breite der Baustraße mit bis zu 45 Metern, ergänzte der Badestädter Christian Ilkenhans.

Die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink, der er auch angehört, bemühe sich weiter, dass die Trasse nicht durch den Werra-Meißner-Kreis läuft, sagte Scharff. Aber mittlerweile sehe es so aus, als müsse man „die bittere Kröte schlucken“ und darauf schauen, dass sich Menschen und die Natur damit arrangieren können.

Beide wünschen sich weitere derartige Info-Veranstaltungen, dann aber näher an den betroffenen Orten. (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.