Vier Jahre Haft für Beilangriff

40-Jähriger wird wegen versuchten Totschlags in Witzenhausen verurteilt

Für den Beilangriff muss ein Mann 4,5 Jahre ins Gefängnis.(Symbolbild)
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Für den Beilangriff muss ein Mann 4,5 Jahre ins Gefängnis.(Symbolbild)

Ein 40-Jähriger wurde wegen eines Beilangriffs in Witzenhausen zu 4,5 Jahren Haft verurteilt.

Kassel/Witzenhausen – Wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung hat die 6. Strafkammer des Kasseler Landgerichts einen 40-jährigen Mann aus Indien zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Außerdem ordnete Richter Volker Mütze die Unterbringung des Mannes in einer forensischen Entzugsanstalt an, wo seine langjährige Alkoholabhängigkeit therapiert werden soll.

Der Angeklagte hatte in der Nacht vom 9. auf den 10. August vergangenen Jahres einen 32-jährigen Landsmann in dessen Witzenhäuser Wohnung nach einem ausgiebigen Zechgelage mit Wodka und Bier völlig unvermittelt mit einem Küchenbeil angegriffen und ihm eine rund drei Zentimeter lange Schnittwunde an der linken Wange zugefügt. Der Angreifer hatte 2,2 Promille, der andere sogar 2,7 Promille Alkohol im Blut, nachdem beide zwei Flaschen Wodka geleert hatten. Der Jüngere hatte sich mit mehreren Ohrfeigen gegen den Angreifer gewehrt, der nach den Schlägen aufs Bett gefallen und eingeschlafen war. Geweckt wurde er von der Polizei, die ihn dann im Streifenwagen in seine Unterkunft brachte und drei Wochen später festnahm. Richter Mütze sprach in seiner Urteilsbegründung von einer „anlasslosen Tat“, für die kein Motiv erkennbar geworden sei.

Staatsanwältin Anna-Theresa Jung hatte wegen Totschlags auf eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren plädiert. Verteidiger Dieter Keseberg erkannte in dem in Volltrunkenheit geführten Angriff keinen Tötungsvorsatz und hatte sich für eineinhalb Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung ausgesprochen. Einer höheren Freiheitsstrafe entging der Angeklagte wegen fehlender Vorstrafen und einer attestierten verminderten Steuerungs- und Schuldfähigkeit wegen des großen Alkoholkonsums. Außerdem hatte er glaubhaft Reue gezeigt und sich bei dem Opfer, mit dem er seit vielen Jahren bekannt war und der aus einem Nachbardorf in Indien stammt, entschuldigt.

Der Angeklagte selbst, der 2008 nach Deutschland gekommen war und dessen Asylantrag abgelehnt wurde, hatte auf Erinnerungslücken verwiesen, die ihm die Kammer aber nicht abnahm. Auch nach 13 Jahren in Deutschland ohne Sprachkenntnisse, Arbeit und Perspektive habe er sich dem exzessiven Trinken hingegeben. Erst nach erfolgreicher Therapie könne die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden, so Richter Mütze. (tom)

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