Erste Kirschen gibt es wohl schon Anfang Juni

Volle Blüte im Werratal rund um Witzenhausen

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„Grüne Blüte“: Rein weiß stellt sich die Kirschblüte im Werratal – hier bei Witzenhausen – in diesem Jahr von daher nicht dar, weil sich die Blätter an den Bäumen bereits entwickelt haben.

„Es sieht richtig gut aus.“ Eberhard Walther, Leiter der Gartenbauberatung vom hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel, schwärmt beim Blick über das Werratal bei Witzenhausen von der weißen Blütenpracht, die die sanften Hänge derzeit prägt.

Seit vergangenem Wochenende stehen die Kirschenplantagen in voller Blüte. Das bleibt nach Einschätzung Walthers auch noch bis Mitte nächster Woche.

Die erste Blüte datiert er für diese Saison auf den 2. April, auch wenn vereinzelt schon eine Woche vorher weiße Tupfer in geschützten Lagen zu entdecken waren. Sehr früh war die Blüte nach Aussage des Experten in diesem Jahr auf jeden Fall.

Entsprechend rechnet Walther damit, dass Anfang Juni die ersten Süßkirschen geerntet werden können. Allerdings müssten bei den frühen Sorten Abstriche gemacht werden. Der Grund: Anfang des Monats gab es einige Frostnächte mit Temperaturen bis minus 9 Grad Celsius. Die haben in tieferen Lagen die Blüte schon „sehr geschädigt“, sagt der Obstbauberater. „Auf einige Frühkirschen müssen wir verzichten“. Aber: Die späten Sorten dürften die Verluste ausgleichen.

Nun blühen die mittleren und späten Kirschsorten. Und die Bienen – darunter auch Wildbienen – helfen bei den aktuellen Tagestemperaturen bei ihrem Weiden auch beim Bestäuben der Blüten.

Ganz optimal läuft es laut Eberhard Walther aber nicht: Zu schaffen mache den Bäumen die seit nunmehr drei Wochen anhaltende Trockenheit, sagt er. Derzeit zehrten die Bäume von der Restfeuchtigkeit, die im Winter angesammelt wurde. Und günstig sei das Wetter zumindest von daher, als wegen geringen Pilzbefalls die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert werden könne.

Dennoch, sagt Walther: „Wir bräuchten wieder etwas Regen.“ Das sei gut für die Entwicklung und das Wachstum der Bäume, die derzeit durch die Blüte, das Bilden von Blättern und neuer Triebe unter Stress stünden.

Und wie sieht die Lage bei den Schädlingen aus? Aufgrund der milden Witterung sei die Kirschessigfliege bereits wieder da, die Entwicklung der Population wird mit Becherfallen beobachtet. Vom Frostspanner, der gern die Blätter und die kleinen Früchte abfrisst, seien aber nur wenige Larven entdeckt worden. Also letztlich gute Aussichten auf eine gute Kirschenernte.

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