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Vom Laden zurück in die Garage

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Von: Jacob von Sass von Sass

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Der Laden Wein und Geist an der Steinstraße 4: Birgit und Fritz Stuber schließen ihr Geschäft nach 20 Jahren zum 26. März.
Der Laden Wein und Geist an der Steinstraße 4: Birgit und Fritz Stuber schließen ihr Geschäft nach 20 Jahren zum 26. März. © Jakob von Sass

Nach über 20 Jahren schließt Wein und Geist in Witzenhausen. Die Inhaber greifen aber auf ein altes Konzept zurück.

Witzenhausen – Eine Vorliebe für gutes Essen und exzellente Weine hatte Birgit Stuber schon immer. Auch ihre Freunde bestätigten der 68-jährigen Witzenhäuserin unentwegt, dass sie einen ausgezeichneten Geschmack und eine gute Zunge habe.

Das Talent und Wissen nutzte Stuber schon vor der Eröffnung ihres Geschäfts vor 20 Jahren und verkaufte zusammen mit ihrem Mann Fritz Stuber Weine aus der gemeinsamen Garage heraus. Auf einer Party hatte ein guter Freund dann den entscheidenden Vorschlag für das Ehepaar: „Ihr solltet euren Weinverkauf aus der Garage in ein Ladengeschäft verlagern.“ Genau das geschah. Sie zogen zusammen mit ihrem Sortiment in ein leerstehendes Geschäft in der Steinstraße. Im Zuge dieses Umzugs erweiterten sie auch ihre Auswahl. Zu den Weinen gesellten sich Spirituosen. „Mittlerweile haben wir rund 50 Whiskeys, 20 verschiedene Rumsorten, 50 Brände und sicher 100 Weißwein- und 50 Rotweinsorten bei uns im Laden“, berichtet Stuber.

Die verschiedenen Spirituosensorten spiegeln sich auch im zweiten Wort des Geschäftsnamens wider. Denn als Geist würden oft Brände und Schnäpse nach einem bestimmten Herstellungsprozess bezeichnet. Aber auch den intellektuellen Geist, den sie als ehemalige hauptberufliche Buchhändlerin mitbringe, lasse sich so im Namen ihres Ladens wiederfinden, erklärt Birgit Stuber.

Diesen Geist nutzt Stuber auch für die Auswahl der Weine, die sie in ihrem Geschäft verkauft. „Wir waren von Anfang an sehr qualitätsorientiert. Es befinden sich fast ausschließlich Weine von Prädikatswinzern, die hohe Standarts erfüllen müssen, in unserem Sortiment“, sagt Stuber. Als Recherchegrundlage diene meistens der Weinführer von Gault und Millau, der fast so eine Art Bibel für sie geworden sei.

Ihr Gespür für gute Weine machte sich im Jahr 2012 dann auch bezahlt. Hier wurde der Laden vom Feinschmecker, einem Magazin für gehobene Küche und Weine, zu einem der besten Weinläden Deutschlands gekürt. Das sei natürlich eine besondere Auszeichnung gewesen, so Stuber. Nach 20 Jahren sei es nun aber an der Zeit, den Laden zu schließen. „Durch die Pandemie haben sich die Zeiten für uns geändert“, sagt Stuber. Die Leute feierten weniger. Es kämen kaum Touristen nach Witzenhausen. „Wir gehen jetzt zurück zu unseren Wurzeln und verkaufen wieder aus der Garage.“ (Jakob von Sass)

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