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Buch mit mythischen Sagen im Land an Fulda und Werra

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Von: Stefan Forbert

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Frau-Holle-Skulptur am Frau-Holle-Teich auf dem Meißner
Skulptur am Teich auf dem Meißner: Diese Aufnahme vom Januar 2007 leitet das Kapitel über Frau Holle ein. © Stefan Forbert

Wussten Sie, dass auf dem Schwarzenberg bei Großalmerode fast ein großer Kessel mit einem Schatz gehoben worden wäre? Dass die Hexe von Quentel einst die Kartoffelernte verhindern wollte und dabei buchstäblich „eins auf den Deckel“ bekam“? Und dass die Wichtelmännchen im Gelstertal bei Witzenhausen ein unterirdisches Schloss hatten?

Werra-Meißner – Antworten zu diesen Fragen und viel weiteres Wissen über angebliche frühere Begebenheiten gibt ein Buch, in dem jetzt viele Sagen aus den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg samt Randgebieten zusammengestellt wurden.

Sagen gehören schon seit undenklichen Zeiten zur Kultur der Menschen. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben – mündlich. Irgendwann wurden sie dann auch mal hier und mal da aufgeschrieben. 291 von ihnen haben die Historiker Dr. Karl Kollmann (Waldkappel) und Ingrid Waldeck (Bad Hersfeld) aus der reichen Sagenliteratur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gesammelt, ausgewählt und auf 166 Seiten zusammengefasst. „Geheimnisvolle Sagen im Land an Fulda und Werra“ ist der Titel dieses gerade erschienenen Buches, das die Geschichtsvereine Eschwege und Bad Hersfeld herausgegeben haben.

„Geheimnisvoll“ heißt es deshalb, weil die beiden Historiker zwei Typen von Sagen unterscheiden, wie sie in ihrem Vorwort darlegen: die mythischen und die geschichtlichen. Sie entschieden sich für die mit mythologischem Hintergrund.

Unterteilt sind die 291 Sagen in 16 Kapitel, die jeweils mit einer Abbildung, einem passenden Zitat aus der Literatur und etwas Erläuterung eingeleitet werden. Da geht es dann um Frau Holle, Seejungfrauen und Nixen, Wichtel, Riesen, Teufel, Hexen und Zauberer, um die Wilde Jagd, Geisterkutschen und Totenumzüge, um Schätze, Spuk und Unken, womit übrigens keine Amphibien gemeint sind, sondern Schlangen.

Vor etlichen Jahren hatte Historiker Kollmann für einen Aufsatz über Sagen als Quellen der Regionalgeschichte geforscht und damit quasi erstmals wissenschaftlich Kontakt mit dieser Form der Weitergabe von Geschichten. Da ging es mehr um den historischen Aspekt und welche Aussagen daraus gezogen werden können.

Da es bei der mündlichen Überlieferung über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg zu Abwandlungen kommt, künde die Sage zwar von Ereignissen in der Vergangenheit, denen jedoch die „historische Beglaubigung“ fehlt, schreiben Kollmann und Waldeck im Vorwort. Ihren Kern könne aber ein tatsächlich stattgefundenes Ereignis durchaus bilden. Überdies, und dazu zitieren sie aus dem „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“, unterscheide sich die Sage durch vieles vom Märchen.

Da Sagen mit bestimmten Örtlichkeiten verknüpft sind – und trotz ähnlichem Ereignis gern oft an unterschiedlichen Plätzen spielen – haben Kollmann und Waldeck extra ein Orts- und ein Flurnamenregister erarbeitet.

Das Buch ist bereits im heimischen Buchhandel für 17,80 Euro erhältlich; ISBN 978-3-925333-66-8 (sff)

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