Vorbereitet auf Stromausfall

Feuerwehr und Ortsbeirat Kleinalmerode haben Notfall-Konzept erarbeitet

Sorgen für Stromversorgung im Notfall: Die Feuerwehren können sich mit mobilen Stromerzeugern (Foto) eigenständig mit Strom versorgen.
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Sorgen für Stromversorgung im Notfall: Die Feuerwehren können sich mit mobilen Stromerzeugern (Foto) eigenständig mit Strom versorgen.

In Kleinalmerode haben Feuerwehr und Ortsbeirt einen Notfallplan für einen längeren Stromausfall ausgearbeitet.

Kleinalmerode – Nicht nur die verheerende Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 und das „Münsterländer Schneechaos“, bei dem 2005 zahlreiche Strommasten unter der Last von Eis und Schnee zusammengebrochen waren, haben gezeigt: Die Stromversorgung wird in vielen Bereichen als selbstverständlich angesehen. Über die mögliche Versorgung sogenannter kritischer Infrastrukturen machen sich der Ortsbeirat Kleinalmerode und die örtliche Feuerwehr Gedanken.

Als Black out bezeichnet man einen länger anhaltenden und großflächigen Stromausfall. So könnte in Witzenhausen die Kernstadt und auch mehrere Stadtteile gleichzeitig betroffen sein, teilt Ortsvorsteher Klaus Jatho mit.

Laut Feuerwehr und Ortsbeirat bietet die wachsende Digitalisierung des europäischen Stromnetzes auch in Zukunft eine Angriffsperspektive. Technische Probleme und Naturereignisse haben international eine Reihe anderer Stromausfälle ausgelöst. „Die anstehende Energiewende wird durch den radikalen Umbau der Energieversorgung nach Meinung vieler Experten ein nicht zu unterschätzendes Risiko für einen Black out sein“, so der Ortsvorsteher.

Bürger würden die Auswirkungen eines großflächigen Stromausfalls zuerst im Haushalt, der Trinkwasserversorgung und in der Kommunikation bemerken. „Alle elektrischen Geräte im Haushalt können nicht mehr benutzt werden, Kühlgeräte stellen ihre Funktion ein. Heizung, Licht, Telefon und auch das Handy funktionieren nicht mehr“, so Jatho. Trinkwasser stünde in weiten Bereichen nicht mehr zur Verfügung, Einkaufsmöglichkeiten und die Versorgung mit Bargeld sei ohne Strom nicht mehr möglich. „Die Auswirkungen erweitern sich mit fortlaufender Dauer des Stromausfalles.“

Die Einwohner von Kleinalmerode über die Auswirkungen zu informieren, Verhaltensmuster an die Hand zu geben und nachbarliche Hilfe zu organisieren, das haben sich die Freiwillige Feuerwehr und der Ortsbeirat zur Aufgabe gemacht. Ulrich Böttjer aus Ziegenhagen, der bereits in seinem Ort eine Präventionskampagne begleitete, informierte kürzlich die Führungskräfte der Feuerwehr über seine Erfahrungen. Teams der Feuerwehr werden Anfang dieses Jahres die Haushalte in Kleinalmerode besuchen, um mittels einer Checkliste, unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen, Angaben über alternative Energiequellen zu erfassen und erste Tipps für das Verhalten und die Bevorratung zu geben. „So ist in der Bevölkerung weitreichend nicht bekannt, dass die Feuerwehr nach einer Stunde Stromausfall im Ort das Feuerwehrhaus besetzt und als erste Anlaufstation zur Verfügung steht“, so Jatho. Eine Notstromeinspeisung wurde am Feuerwehrhaus installiert. Die Organisation nachbarlicher Unterstützung mit Wärme, Wohnraum und Kochmöglichkeiten runden das Konzept anschließend ab, heißt es von Klaus Jatho abschließend. (kmn)

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