Coronakrise bringt Pläne durcheinander

Wahl zur Kirschenkönigin von Witzenhausen: Hoheiten machen verstärkt weiter

Sie verlängern ihre Amtszeit: Die Kirschenprinzessinnen Anna Romanov (von links) und Anastasia Bikhe sowie Kirschenkönigin Sophia Mausolf. Kirschenprinzessin Anne Lambrecht scheidet aus.
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Sie verlängern ihre Amtszeit: Die Kirschenprinzessinnen Anna Romanov (von links) und Anastasia Bikhe sowie Kirschenkönigin Sophia Mausolf. Kirschenprinzessin Anne Lambrecht scheidet aus.

Beim 54. Kirschenkönigshaus wird alles etwas anders sein: Wegen der Corona-Pandemie fällt die Kesperkirmes im Juli aus, eine Krönung der neuen Königin kann daher nicht wie Üblich stattfinden.

Trotzdem müssen die Witzenhäuser nicht auf neue Gesichter im Königshaus verzichten.

Denn die Tourist-Information (TI) Witzenhausen hatte schon Mitte Februar drei Kandidatinnen gefunden: Antonia Niemeier, Martha Schönert und Samira Winter. Keine habe darüber nachgedacht, wegen der Pandemie ihre Kandidatur zurückzuziehen, sagen sie im Pressegespräch per Videokonferenz. Deshalb werden sie ab Mitte Juli die bisherigen Hoheiten unterstützen. Königin Sophia Mausolf bleibt im Amt, auch die Prinzessinnen Anna Romanov und Anastasia Bikhe machen weiter, sagt TI-Chef Johannes Siebold. Schließlich entgehe ihnen durch die Absage vieler Veranstaltungen ein Großteil ihrer Amtszeit. Auch auf eine würdevolle Verabschiedung mit Königinnenfahrt und Übergabe der Insignien bei der Krönungszeremonie sollen sie nicht verzichten müssen.

Die Kandidatinnen werden ihnen in der Amtszeit 2020/21 zur Seite stehen – mit welchem Titel steht noch nicht fest. So können sie schon mal ins Amt reinschnuppern und sich dann im Folgejahr – mit weiteren Bewerberinnen – zur Wahl stellen. So behalten sie die Chance auf eine emotionale Krönungszeremonie, sagt Siebold: „Eine Krönung vor der Webcam wäre einfach nichts, was das Flair dieses Amtes ausmacht.“

TI-Mitarbeiterin Katja Grunewald geht nicht davon aus, dass es für das Königshaus bis Ende des Jahres viele Termine geben wird, Reisen seien vorerst abgesagt. Stattdessen will das Team der TI andere, womöglich digitale Formen finden, mit denen das Königshaus die Stadt repräsentieren kann. „Wir müssen das Königshaus mal ganz anders denken“, sagt Siebold. Dazu werden die Kandidatinnen mit den üblichen Insignien (Kleid, Schärpe, Körbchen und Diadem) ausgestattet – ergänzt um Mundschutz und Desinfektionsmittel. „Das gehörte noch nie zur Ausstattung im Königshaus“, so Siebold. Die Kandidatinnen sind mit dieser Lösung zufrieden. „Das wird schon alles werden“, ist sich Antonia Niemeier sicher. „So haben wir die Chance, die Stadt sogar zwei Jahre zu repräsentieren.“

Das gab es – mit Ausnahme von wenigen Einzelfällen wie bei Kirschenprinzessin Anja (Amtszeiten 2013/14 und 2018/19) – noch nie. Wenn jetzt alle üblichen Vorbereitungen wie die Schulung auf der Kirschen-Versuchsplantage und der Rhetorikkurs ausfallen, freuen sich die Kandidatinnen vor allem auf eines: Sich persönlich und nicht nur per Videokonferenz zu treffen und kennenzulernen.

Das sind die Kandidatinnen

Antonia Niemeier (24) aus Hessisch Lichtenau, aufgewachsen in Kleinalmerode.

Antonia Niemeier (24) ist in Witzenhausen geboren und in Kleinalmerode aufgewachsen. Nun lebt sie in Hessisch Lichtenau, fühlt sich aber ihrer Heimatstadt immer noch tief verbunden. In ihrer Freizeit ist Niemeier zu Fuß oder auf dem Pferd in der Natur unterwegs, gibt für die DLRG Schwimmunterricht für Kinder und engagiert sich für die Witzenhäuser Jugendförderung. Niemeier ist Ergotherapeutin in einer Rehaklinik in Bad Sooden-Allendorf. Sie habe schon 2016 überlegt, ob sie sich bewerben soll, sagt Niemeier. „Ich möchte gern die Region repräsentieren, aus der ich komme.“

Martha Schönert (27) aus Ermschwerd.

Martha Schönert (27) stammt aus Wahlhausen und lebt nun in Ermschwerd. Sie radelt gern und engagiert sich im Katzenhaus des Tierschutzvereins Witzenhausen. Zudem will sie alle 24 Premiumwege im Kreis wandern: „Sieben habe ichs schon!“ Für Ausbildung und Berufsstart lebte die Krankenschwester acht Jahre in Hannover, zog aber aus Heimweh zurück in die Region. Jetzt arbeitet sie in Göttingen und hat endlich einen geregelten Dienstplan, der es ihr erlaubt, sich zu bewerben. An Witzenhausen mag sie die hügelige Landschaft, die lockere Atmosphäre und den Fokus auf Bio-Produkte.

Samira Winter (18) aus Roßbach.

Samira Winter (18) ist in Unterrieden und Werleshausen aufgewachsen und lebt nun in Roßbach. In ihrer Freizeit erkundet sie die Landschaft mit Hund, Familie und Freunden, singt und tanzt seit 2012 HipHop in der Tanzschule „Body & Soul“. Winter macht gerade ihr Fachabitur mit Schwerpunkt „Wirtschaft und Verwaltung“ an den Beruflichen Schulen und möchte nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr zur Polizei gehen. Schon ihre Schwester war Kirschenprinzessin, sie selbst war stets großer Fan des Königshauses: „Ich wollte schon als Kind Kirschenkönigin werden."

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