Neun Monate auf Bewährung für Ex-Mitarbeiter von Möbelhaus

Wegen Spielsucht: Verkäufer veruntreut 14.200 Euro

Eschwege/Witzenhausen. 14.200 Euro hat ein 41 Jahre alter Göttinger zwischen November 2015 und Juni 2016 in die eigene Tasche wandern lassen, statt sie an seinen Arbeitgeber abzuführen.

Der Mann war damals in einem Möbelhaus in Witzenhausen beschäftigt und behielt Barzahlungen von vier Kunden ein. Wegen Veruntreuung verurteilte das Schöffengericht in Eschwege ihn gestern zu neun Monaten Freiheitsstrafe – ausgesetzt zur Bewährung.

„Ja, ich habe das getan“, antwortete der Angeklagte auf Nachfrage von Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter direkt zu Beginn der Beweisaufnahme. „Ich war süchtig nach dem Zocken in Spielhallen und Casinos“, nannte der 41-Jährige als Auslöser für die Veruntreuung. 

Dies sei zwar schon seit 15 Jahren der Fall gewesen und habe zuvor auch die Insolvenz seines eigenen Möbelhauses nach sich gezogen, doch in dem Tatzeitraum habe sich die Lage wegen persönlicher Probleme zugespitzt. „Ich habe nie einen Kunden zu Barzahlungen animiert oder so etwas geplant. Aber als ich dann das Geld in der Hand hatte, wurde ich durch einen Teufel geritten und habe es verspielt.“

Tatbestand der Gewerbsmäßigkeit nicht gegeben 

Dass es dem Zufall geschuldet war, dass der Mann das Geld ohne Weiteres veruntreuen konnte, führte Wachter als Grund dafür an, dass der Tatbestand der Gewerbsmäßigkeit nicht gegeben war. In diesem Fall wäre die Strafe höher ausgefallen. Wohl aber verpflichtete der Richter ihn dazu, den Schaden beim Geschäftsführer des Möbelhauses, der ihm kurz nach dem internen Aufdecken der Handlungen fristlos gekündigt hatte, in Raten zu begleichen.

„Ich hatte nie die Gelegenheit, mich bei meinem ehemaligen Chef zu entschuldigen. Es tut mir sehr leid“, sagte der Göttinger, zweifach geschieden und fünffacher Vater, gestern zu dem Möbelhaus-Geschäftsführer, der das Geschehen durch seine Zeugenaussage untermauerte.

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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