Weiträumige Umleitungspläne für A7-Staus sorgen für Kritik aus Hessen

Regelmäßig geht nichts mehr an B27 und B80: Wenn auf der Autobahn A7 Stau ist, kommt der Verkehr auch oft in Witzenhausen und Neu-Eichenberg zum Erliegen. Unser Bild entstand beim jüngsten Stau vor einer Woche. Foto: Ulbrich

Die niedersächsischen Kommunen Hann. Münden und Staufenberg wollen im Fall eines Staus auf der A7 den Verkehr über B7 und B27 umleiten. Dafür hagelt es Kritik aus den betroffenen hessischen Kommunen.

In Hann. Münden und Staufenberg wächst der Unmut über die zahlreichen Staus auf den Umleitungsstrecken, wenn die Autobahn A 7 nach Unfällen gesperrt ist. „Die Verkehrsbelastung ist phasenweise unerträglich geworden“, sagt Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung, ohne dass langwierig Straßen umgebaut werden müssen.“

Er fordert deshalb eine weiträumige Umleitungsstrecke für den A-7-Abschnitt zwischen dem Dreieck Drammetal und Kassel Nord, damit Staufenberg und Münden, durch die bisher die Umleitungsstrecken führen, entlastet werden. Im Blick hat er dabei eine Route über die Autobahn 38 und die Bundesstraßen 27 und 7.

Unterstützung erhält er aus Hann. Münden. „Durch die häufigen Unfälle auf der Autobahn 7 hat sich die Situation verschärft“, sagt Sprecherin Julia Bytom. Auch Hann. Münden plädiere für eine weiträumige Umfahrung der Region.

Im Werra-Meissner-Kreis kommt die Idee der weiträumigen Umleitung nicht gut an, vor allem auf die Gebiete von Neu-Eichenberg und Bad Sooden-Allendorf würde dann viel mehr Verkehr zukommen. „Das wäre nur eine Verlagerung des Problems nach dem St. Florians-Prinzip“, sagt Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix auf Anfrage.

Keine Information an Kollegen 

„Ich erfahre erst durch Ihren Anruf von dieser Initiative“, kritisiert Neu-Eichenbergs Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurt (SPD) den Alleingang ihrer niedersächsischen Amtskollegen. „Das ist kein guter Umgang.“ Auch Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix (CDU) ist die Idee neu. Dabei wollen die Gemeinde Staufenberg und Hann. Münden das Problem an einem Runden Tisch mit Vertretern der niedersächsischen und hessischen Verkehrsbehörden und der Polizei erörtern, der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler will sich beim Bundesverkehrsministerium für die beiden Kommunen einsetzen. Einen Runden Tisch würde Hix begrüßen. „Wir müssen eine Lösung für alle Gemeinden finden.“

Bereits jetzt sei die B 27 in Neu-Eichenberg - wie auch die B 80 bei Witzenhausen - bei Staus total verstopft, berichtet Rohde-Erfurth. Zusätzlichen Verkehr könne die Hauptverkehrsader des Werra-Meißner-Kreises nicht aufnehmen. „Statt das Problem von einer Kommune schlicht in eine andere zu verlagern, sollte man lieber der Ursache für die häufigen Staus auf den Grund gehen“, sagt sie und nennt die Pläne aus Niedersachsen „populistisch.“

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