Fachwerkhaus saniert

Architektonische Perle in alter Fassade

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Modern: Der hölzerne Anbau passt sich gut in das Gebäudeensemble ein.

In Wendershausen steht eine Architektonische Perle in alter Fassade: Nicole Zeuner und Matthias Klipp haben ein Fachwerkhaus saniert.

Wer das Haus von Matthias Klipp und seiner Frau Nicole Zeuner betritt, der erlebt sein blaues Wunder. Was von außen aussieht wie ein ganz normales, altes Fachwerkhaus, entpuppt sich im Inneren als architektonische Perle.

Auf dem 1860 erbauten, im Wendershäuser Dorfkern gelegenen Hof hat das Ehepaar für sich und seine beiden Kinder Clara und Paul alten Wohnraum in neuen verwandelt und dabei im Inneren kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Dabei halfen ihnen auch Fördermittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen.

„Seit es gebaut wurde, war das Haus im Familienbesitz, und auch ich habe hier meine Kindheit verbracht“, sagt Nicole Zeuner. Obwohl es die 45-jährige Politikwissenschaftlerin nach ihrem Studium nach Berlin verschlug, sie dort mit dem gebürtigen Berliner eine Familie gründete und eigentlich nie vorhatte, nach Wendershausen zurückzukehren, sei ihr eines immer klar gewesen: Der Hof muss erhalten werden. Als ihr Großvater diesen dann aus Altersgründen verlassen musste und das alte Fachwerkhaus leer stand, fasste das Ehepaar den Entschluss, Berlin doch den Rücken zu kehren und in Zeuners alte Heimat umzusiedeln.

Modern: Der hölzerne Anbau passt sich gut in das Gebäudeensemble ein.

Bevor es so weit war, musste aber kräftig Hand angelegt werden. „Diese alten Häuser haben aus heutiger Sicht ja schließlich diverse Mankos“, sagt Matthias Klipp. Vor allem die niedrigen Räume und das fehlende Licht haben das Paar gestört. „Aber auch der nur schwer herzustellende Übergang von drinnen in den riesigen Garten“, sagt Klipp. Weil der 58-jährige Diplomingenieur als selbstständiger Stadtentwickler reichlich Ahnung von der Materie hat, machten sich beide selbst an einen Entwurf. Und der hatte es in sich! Das Ehepaar plante, etwa ein Drittel des Hauses abzureißen, um dann direkt an den verbleibenden Rest des Hauses einen großen, mit Licht durchfluteten Wohn- und Essbereich mit hohen Wänden anzubauen und so ihren Wohntraum zu erfüllen.

Nachdem ein Architekt den Entwurf und den neuen Grundriss geprüft und eingereicht hatte, wurde im April 2017 mit den Arbeiten begonnen. Das Haus wurde zunächst komplett entrümpelt und entkernt. Nach der Absicherung der Grundmauern und dem Abriss des hinteren Gebäudeteils wurden überall neue Fundamente und eine Bodenplatte für den Anbau gegossen.

„Das war eine enorm stressige Zeit, weil die Arbeiten immer am Wochenende stattfanden und wir dafür jedes Mal von Berlin anreisen mussten“, sagt Nicole Zeuner. Nachdem alles fertig war und im Januar 2018 mit dem Innenausbau begonnen werden konnte, ging alles plötzlich überraschend schnell. Schon im Juni desselben Jahres war alles fertig und das Haus bezugsbereit. Das neue, alte Haus verfügt jetzt auf zweieinhalb Etagen über rund 200 Quadratmeter Wohnraum mit drei Bädern, einer Galerie, zwei Kinderzimmern, einem Schlafzimmer, einem Büro und dem gewaltigen Wohn- und Essbereich mit moderner Küche. Weil das Ehepaar ökologisch bewusst lebt, wird das Haus von einer Energie sparenden Luft-Wärmepumpe beheizt und hat zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Damit haben wir jetzt ein CO2-freies Haus“, sagt Matthias Klipp. Die Familie fühle sich inzwischen pudelwohl in ihrem neuen Heim und in ihrer neuen Heimat. „Das war genau der richtige Schritt für uns“, sagt Klipp.

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