Probleme für die Umwelt befürchtet

Werra-Anrainer: "Ewige Altlasten"sollen abgebaut werden 

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Abraumhalde des Kaliwerks Wintershall, im Vordergrund die Ortschaft Widdershausen.

Witzenhausen. Die vorläufige Einstellung der Kali-Produktion des Kasseler Düngemittelhersteller K+S wegen des niedrigen Wasserstands der für die Abwasserentsorgung erforderlichen Werra ist Wasser auf die Mühlen deren, die gegen die permanente Versalzung des Flusses kämpfen.

Der Produktionsstopp bestärke die Aussagen und Forderungen der Werra-Weser-Anrainerkonferenz (WWA), sagte Vorsitzender Dr. Walter Hölzel am Donnerstag am Rande eines Treffens der Mitglieder in Witzenhausen. Statt weiter auf die Abraumhalden und Entsorgung des dadurch entstehenden Abwassers über die Werra oder eine Verpressung zu setzen, müssten zum einen die Halden abgebaut und sollten zum anderen beim Kalibergbau die Rückstände gleich unter Tage gelassen werden.

Die Rückstände, laut Hölzel 80 Prozent des abgebauten Materials, könnten in untertägigen Hohlräumen beseitigt werden. Damit könnten nicht nur die Umweltauswirkungen vermieden werden, sondern sogar die Kosten für das Fördern und Aufhalden des Abraums, heißt es in der Resolution der WWA. Die Salzhalden blieben sonst als „ewige Altlasten“ zurück und bildeten die Ursache dafür, dass die Wasserrichtlinie für Werra und Weser nie erreicht würden.

Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz

Zudem wurde in der Konferenz betont, dass eine etwaige Abdeckung der Abraumhalden das Problem ihrer Auslaugung nicht löse, sondern lediglich verlangsame. Stattdessen aber führe es noch zu dem Problem, dass „kritische Inhaltsstoffe“ wie Bromphenole und Tenside freigesetzt würden.

Geht es nach der Anrainerkonferenz, müsse K+S sofort damit beginnen, die Abraumhalden abzubauen. In Witzenhausen wurde als Beispiel das nach gerichtlicher Anordnung inzwischen laufende Beseitigen von Abraumhalden bis hin zur Sanierung der Flächen bei einem kleineren Kaliproduzenten in Spanien betrachtet. Eine von zwei Wiederaufarbeitungsanlagen sei dort bereits in Betrieb. Beklagt wurde von den Konferenzmitgliedern, dass dies in Deutschland rechtlich nicht ebenfalls durchgesetzt werde. Das stelle zudem eine Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU dar. Vorsitzender Hölzel: „Wir wollen auf den gleichen Stand kommen wie Spanien.“

Die Forderung nach Abbau der Halden wies K+S-Pressesprecher Ulrich Göbel auf Anfrage zurück. Sie sei nicht neu, aber „nach wie vor weder technisch noch wirtschaftlich durchdacht, um sie umsetzen zu können“. 

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