EU-Vorschriften

Betriebe im Werra-Meißner-Kreis wollen Plastik sparen 

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Die Betriebe im Werra-Meißner-Kreis wollen Plastik sparen.

Werra-Meißner. Trinkhalme, Einweggeschirr, dünne Plastiktüten – das alles sind Produkte, die ab 2021 auch im Werra-Meißner-Kreis aus den Märkten, Cafés und Imbissen verbannt werden.

Dann wollen die Betriebe im Kreis auf einige Produkte komplett verzichten und andere ersetzen. „Um Plastikmüll aus unserer Umwelt zu verbannen, ist der Beschluss der Europäischen Union erst ein Anfang“, heißt es von Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises.

Der Naturkostladen Schachtelhalm in Witzenhausen verzichtet schon jetzt überall dort, wo es möglich sei, auf Plastik. Das erklärt Verkäuferin Manuela Heine. „Eine Plastiktüte bieten wir gar nicht an.“ Stattdessen versuche das Geschäft, die Kunden auf Alternativen hinzuweisen: „So viele Lebensmittel können lose im Jutebeutel oder Einkaufskorb verstaut werden.“ Dann gebe es aber auch Lebensmittel wie Tofu, die eingeschweißt geliefert werden.

Auch beim Käse aus der Theke könne aus hygienischen Gründen nicht auf das Verpacken verzichtet werden, so Heine. Kritik habe es aber auch schon gegeben. „Beim Salat zum Beispiel“, so Heine. Denn dieser halte sich in einer Plastiktüte besser.

Die Hygienevorschriften machen es auch den Metzgereien im Kreis schwer, auf Plastikverpackungen zu verzichten, berichtet Markus Dreßler, Obermeister der Fleischerinnung im Werra-Meißner-Kreis. „Wir geben uns aber Mühe, Verpackungsmüll einzusparen.“ Doch weil der Trend hin zu kleineren Verpackungseinheiten sowie der Selbstbedienungsware ginge, sei das Unterfangen extrem schwierig und die Metzgereien sogar dazu gezwungen, mehr Lebensmittel zu verpacken.

„Mit der Ahlen Wurscht hingegen haben wir Nordhessen das perfekte Produkt: Es ist in einem Naturdarm verpackt, der biologisch abbaubar ist.“

Eine mögliche und wichtige Maßnahme für die Zukunft könne laut Klinge sein, die für den Verbraucher unsichtbaren Beimischungen von Mikroplastik aus den Produkten zu verbannen.

Plastikverbot der Europäischen Union

Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat Einweggeschirr, Trinkhalme, Luftballonstäbe, Wattestäbchen und Fischfanggeräte zum Schutz der Umwelt und der Meerestiere ab 2021 verboten. Denn für diese Produkte gibt es mittlerweile gute und umweltfreundliche Alternativen, so die Begründung der europäischen Kommission. 

Mehr zum Thema Plastikvermeidung und wie Betriebe in Witzenhausen die Sache angehen, lesen Sie am Donnerstag in der Witzenhäuser Allgemeinen. 

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