Einmaliger Gerstensaft

Werra Pale Ale: Studenten entwickeln ihr eigenes Bier

Brauten ihr Bier: Mit ihrer eigenen Rezeptur brauten die Witzenhäuser Studenten ihr Werra Pale Ale, dass über Schinkels Brauhaus vermarktet wird. Hier präsentieren sie sich zwischen Maischekessel und Läuterbottich mit Braumeister Rainer Schinkel (hinten Mitte mit schwarzem Shirt). Foto: Neugebauer

Witzenhausen. „Werra Pale Ale - produced by students of Witzenhausen“. So heißt das Bier, das 15 Studenten des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Witzenhausen in einem Fundamentalseminar in der Ökobrauerei Schinkel brauten.

Zuvor hatte Braumeister Rainer Schinkel in vier Unterrichtseinheiten bei den Studenten die theoretischen Grundlagen geschaffen und ihnen einiges über die Rohstoffe und die Verfahrenstechnik vermittelt. Mit Schinkel entwickelten die Studenten eine Rezeptur für ein obergäriges dunkles Ale-Bier, das durch die sogenannte Kalthopfung noch eine besondere Geschmacksnote erhalten und somit einmalig sein sollte. Und so wurde am Samstag früh im Sudhaus das Getreidemalz in der Maischpfanne eingemaischt und 70 Minuten lang bei 100 Grad gekocht.

„Um unserem Bier eine besondere Note zu geben, haben wir uns für einen deutschen Aromahopfen aus der Holledau und den Flavour-Hopfen aus Amerika entschieden“, sagte Studentin Laura Kawerau, die die beiden Hopfensorten während des Kochprozesses zugab.

Nachdem über den Läuterbottich das Schrot von den flüssigen Bestandteilen getrennt und das Malzschrot zur Weiterverwendung als Tierfutter oder in der Biogasanlage abgefüllt war, konnte die Maische in die Gäranlage gepumpt werden. „Hier muss es bei 23 Grad etwa drei Tage gären, bis es kaltgehopft werden kann“, sagte Braumeister Rainer Schinkel. Beim Kalthopfen wird dem fast fertigen Bier im abgekühlten Zustand nochmals der würzige Flavour-Hopfen zugesetzt, sodass durch Lösung der Hopfenöle dem Studentenbier der besondere Geschmack gegeben wird. „Nach einer weiteren Woche Lagerung ist das Studentenbier fertig und kann verkostet werden“, sagte Schinkel.

„Wir sind schon alle sehr gespannt und freuen uns auf die erste Bierprobe“, sagte Student Silas Müller, der sich während des Kurses schon ein eigenes Brau-Set für den Hausgebrauch zugelegt und für sich und seine Kommilitonen 20 Liter Weizenbier selbst hergestellt hat. „Das Ergebnis war zufriedenstellend, und allen ist es gut bekommen“, stellte Müller fest, der auch schon eine zweite Sorte mit seinem Brau-Set angesetzt hat.

„Bierbrauen ist die eine Sache, aber Marketing und Vertrieb sind genauso wichtig“, sagte Schinkel, der die Studenten während des Kochprozesses aufforderte, für die Zielgruppe der eher jüngeren Biertrinker einen pfiffigen Namen und ein ansprechendes Etikett zu entwickeln. Und so war das „Werra Pale Ale“ geboren, dass demnächst über die Brauerei angeboten werden soll. „Für ihr Engagement und ihre Kreativität bekommen die Studenten aber einen Haustrunk mit auf den Weg“ sagte Schinkel, dem das Seminar sichtlich Freude bereitete. Und so heißt es in Witzenhausen auf besonders kreative Art: „Hopfen und Malz - Gott erhalt’s“.

Von Hartmut Neugebauer

Archiv-Video: So wird Bier gebraut

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