Naturschutz

Werra wird renaturiert: Pflanzen und Tiere bei Oberrieden sollen profitieren

Der Ist-Zustand: Dieser Abschnitt der Werra soll renaturiert werden.
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Der Ist-Zustand: Dieser Abschnitt der Werra soll renaturiert werden.

Mit der Renaturierung eines 1,2 Kilometer langen Flussabschnittes zwischen Oberrieden, Werleshausen und Lindewerra soll die Werra und ihre nähere Umgebung aufgewertet werden.

Bad Sooden-Allendorf – Eine Aufwertung der Werra und ihrer nahen Außenbereiche versprechen sich das Amt für Bodenmanagement in Homberg (Efze) und das Regierungspräsidium Kassel mit der Renaturierung eines 1,2 Kilometer langen Flussabschnittes im Dreieck zwischen Oberrieden, Werleshausen und Lindewerra. Das machten Vertreter beider Behörden am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf deutlich.

Angelegt ist das Vorhaben auf zehn Jahre. Das Planungsgebiet an der Werraschleife unterhalb der Teufelskanzel umfasst 110 Hektar mit 240 Flurstücken, sagt Edith Bußmann-Erler. Sie leitet das Flurbereinigungsverfahren, das den Renaturierungsmaßnahmen vorausgeht, von denen am Ende Flora und Fauna profitieren sollen.

Mit Rot markiert: Das Planungsgebiet auf einem Teilabschnitt der Werraschleife.

Mit der naturnahen Entwicklung des Gewässers würden zugleich Umwelt- und Naturschutz gefördert, so Bußmann-Erler vor Grundstückseigentümern, mit denen eine Lösung hinsichtlich Tausch oder Verkauf der Parzellen angestrebt werde. Begrüßt haben die Planung die Bürgermeister der betroffenen Städte, Frank Hix (Bad Sooden-Allendorf) und Daniel Herz (Witzenhausen). Sie versprechen sich von einem attraktiveren Landschaftsbild positive Effekte auf die Entwicklung des Tourismus.

Im Planungsgebiet befinde sich die bis zu sieben Meter tiefe Werra ökologisch in keinem guten Zustand, erklärte Andreas Trabert von der Oberen Wasserbehörde das Projekt. Hix sagte dazu: „Es ist wie ein Kanal.“

Für das Planungsbüro bemängelte der Geologe Werner Haaß eine geringe Breitenvielfalt des Flusses. Außerdem fehlten naturnahe Uferbereiche. Nach seinen Vorstellungen soll das Gewässer aufgespalten werden, sodass sich Inseln mit Auenwäldern bilden könnten. Buhnen, Bauten ähnlich eines Damms, sollten die Strömung in die Mitte des Flusses leiten. Das Ziel: ein gut geschütztes Ufer und wachsende Pflanzen im Gewässer. So sichere zum Beispiel eine Aufschüttung von Kiesbänken die Uferböschung.

So könnte er aussehen: Ein renaturierter Abschnitt des Flusses bei Herleshausen.

Durch die lokalen Verbreiterungen des Flusses würden zudem Lebensräume geschaffen für Tiere, zum Beispiel Insekten, Vögel und Fledermäuse. Die Maßnahmen seien im Einklang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und kämen auch dem angrenzenden Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) zugute.

Laut Bußmann-Erler, die mit ihrem Kollegen André Schöße das abschnittsweise Vorgehen bei der Flurbereinigung erklärte, werden die nicht bezifferten Kosten für die Renaturierung zu 100 Prozent vom Land Hessen übernommen. (zcc)

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