Werrabrücke: Anwohner kritisieren fehlende Pläne für Umgang mit Verkehr

Ist abgängig: Die Werrabrücke kann dem Schwerlastverkehr nicht dauerhaft standhalten. Hessen-Mobil stellte aber in Aussicht, dass die Brücke nicht grundlegend saniert werden müsse, wenn sie nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist. Foto: Mennecke

Witzenhausen. In der Diskussionsrunde prasselten viele Fragen auf die Vertreter von Hessen-Mobil ein - und die drehten sich meistens um die Frage, wie man eine neue Werrabrücke ohne weiterreichendes Verkehrskonzept planen könne.

Beim jetzigen Stand würde nicht miteinbezogen, wie die betroffenen Straßen rund um die Innenstadt im Zuge der B 451 den zusätzlichen Schwerlastverkehr mit bis 510 Lastwagen pro Tag stemmen können, kritisierte etwa Ludger Beesten von der Bürgerinitiative Sinnvolle Verkehrsplanung. Wie Beesten äußerten viele der rund 170 anwesenden Bürger Unverständnis. Schon jetzt müsste ein Lastwagen im Bereich Schützenstraße/Hinter den Teichhöfen anhalten, wenn zwei Brummis an einander vorbei fahren wollten, berichtete eine Anwohnerin.

Planungsdezernent Ralf Struif von Hessen-Mobil äußerte Verständnis für die Sorge der Bürger. Dennoch seien Hessen-Mobil die Hände gebunden: Ersatzbrücke und eine Ortsumgehung seien unabhängige Projekte des Bundes. „Wir können nicht in eigener Verantwortung vorpreschen“, sagte Struif. Der Bund bezahle die Brücke, daher entscheide auch der Bund über die Art des Baus.

Wie Regionalbevollmächtiger Peter Wöbbeking von Hessen-Mobil erläuterte, gilt eine Ortsumgehung für Witzenhausen im Bundesverkehrswegeplan nur als nachrangiges Projekt. „Derzeit haben wir wegen der Finanzsituation des Bundes nicht mal Aufträge für alle vorrangigen Projekte“, sagte er. Wenn man auf die neue Brücke verzichte und stattdessen auf den Bau einer Ortsumgehung setze, wären die Planungszeiträume noch viel länger als beim Brücken-Projekt. Ob die Umgehung im neuen Verkehrswegeplan heraufgestuft werden könnte, muss 2015 der Bundestag entscheiden.

Die Werrabrücke ist laut Wöbbeking nicht Teil des Bundesverkehrswegeplans - und damit auch kein Konkurrenzprojekt zur Ortsumgehung. Weil die Zeit angesichts der maroden Brücke dränge, geht der Experte davon aus, dass eine Finanzierung schnell zusammenkommt, sobald das Baurecht vorliegt.

Eine Alternative, dem Schwerlastverkehr durch Witzenhausen zu entfliehen, bestünde in einem Antrag, die Bundesstraße in Witzenhausen aufzuheben, so Wöbbeking. „Dann finden Sie aber niemanden mehr, der Ihnen eine neue Brücke zahlt.“ Das gelte auch für die Ortsumgehung.

Von Friederike Steensen 

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