Dr. Martin Wiehle hält einen Vortrag im Tropengewächshaus

Wildfrüchte stehen im Mittelpunkt

Wildfrüchte aus nah und fern: Dr. Martin Wiehle stellt Wildfrüchte aus nah und fern vor, darunter rot gefärbten Samen mit getrocknetem Fruchtfleisch (rechts in der Packung) vom Baobab, von dem er auch einen Zweig hat. Foto: Forbert

Witzenhausen. Während eines Vortrags wird verraten, wo es in Witzenhausen Schwedenbeeren gibt.

Wussten Sie, dass an der Stubenstraße und auf der Brückenstraße in Witzenhausen schwedische Mehlbeerbäume wachsen und die rötlichen kleinen Früchte zwar - wie der Name schon sagt - sehr mehlig schmecken, aber durchaus essbar sind? Das verrät Dr. Martin Wiehle am Sonntag, 20. November, im Tropengewächshaus an der Steinstraße. Sein Vortrag beginnt um 14 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro.

„Wildfrüchte aus nah und fern“ stellt der Biologe unter dem Titel „Die alten Neuen oder die neuen Alten?“ in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Eine große Vielfalt an Wildfrüchten stehe wenigen kommerziell genutzten Früchten gegenüber, sagt Wiehle. Er will Früchte, die lange Zeit kaum eine Rolle spielten, deren Nutzen in Vergessenheit geriet sowie auch welche, die derzeit einen Boom erleben, vorstellen.

Apfel und Birne sind, nennt Wiehle als Beispiel, heimische oder besser: heute heimische Arten, deren ursprüngliche Herkunft teilweise unbekannt ist und die ihre Hauptverbreitung in Vorder- und Zentralasien haben. Wie viele andere Rosengewächse - dazu zählen auch Kirsche, Erdbeere und Pflaume, Schlehe und Hagebutte - weist auch die Mispel eine hohe Vielfalt auf. Auch dieses Wildobst kam vor Hunderten oder Tausenden von Jahren nach Europa.

War die Mispel im Mittelalter ein wichtiger Fruchtbaum in Kloster- und Bauerngärten, ist sie heutzutage in heimischen Gärten eher selten anzutreffen. Die Frucht ist durchaus schmackhaft. Man kann sie auch roh essen, sagt Wiehle, doch erst nach dem ersten Frost sei sie weich, bekömmlich und süß.

Andere Wildpflanzen waren einst auch wegen ihrer medizinischen Wirkung begehrt, das Holz der Stämme wurde verwendet oder auch zur Feldabgrenzung dienten insbesondere stacheliges Geäst - wie das der Schlehe.

Charakter von Wildobst ist Dr. Martin Wiehle zufolge, dass es in reifem Zustand optisch teilweise nicht so ansprechend ist. Doch warum mögen die Menschen hier nur Äpfel, Birnen und Pflaumen, nicht aber auch Mispeln, fragt er. Antworten könnte es am Sonntagnachmittag in der Vortragsveranstaltung geben, in der es auch um tropische und subtropische Früchte und deren Verwendung wie Samen vom Affenbrotbaum als Knabberei für Kinder und die unangenehm riechende Noni als Bestandteil von Seife gehen soll.

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