Windkraft

Windpark Ellerode auf Zielgeraden: Besichtigung auf der Baustelle 

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Besichtigung der „aktiven Großbaustelle“. 85 Interessierten wurde am Dienstagnachmittag insbesondere die Technik, aber auch der Baufortschritt beim Windpark Ellerode vorgestellt.

Ellerode. Beim Besichtigungstermin auf der größten Baustelle im Kreis gab es sowohl strahlende Augen als auch kritische Töne.

Wer regelmäßig auf der Autobahn 7 zwischen Hedemünden und dem Dreieck Drammetal unterwegs ist, dem wird der rasante Baufortschritt im neuen Windpark Ellerode nördlich von Gertenbach nicht entgangen sein: Zwei der fünf Windräder sind bereits zumindest äußerlich fertig, bei den drei anderen steht schon der Turm – einer ragt direkt hinter dem Vorwerk Ellerode empor.

85 Besucher – Technikbegeisterte und Journalisten ebenso wie Energiewendebefürworter, aber auch Kritiker des Windparks – ließen sich am Dienstag die Einladung vom Projektinitiator Fabian von Berlepsch nicht entgehen. Sie besichtigten die derzeit größte Windkraftbaustelle in der Region und ließen sich die einzelnen Bauschritte vom Graben der Fundamente bis hin zur Verkabelung der fertigen Anlage von mehreren Experten erläutern, die Berlepsch dafür nach Ellerode geholt hatte. Bauherr des 20-Millionen-Projektes ist der Windenergieanlagenhersteller Enercon, der die Flächen von Fabians Vater Sittich von Berlepsch gepachtet hat.

Doch ehe es losging, wurde erst einmal für Sicherheit gesorgt: Jeder Besucher erhielt Sicherheitsschuhe, Helm, Warnweste und Schutzbrille, denn schließlich laufe man über eine „aktive Großbaustelle“, wie Fabian von Berlepsch in seiner Begrüßung betonte. Zugleich fügte er hinzu, dass es bei der Veranstaltung primär um den Bau der Anlagen gehe. Auch wenn es um die Windkraft viele Debatten gebe, sei das kein Tag, um das Für und Wider zu diskutieren: „Heute ist Information zur Technik angesagt.“

Und davon bekamen die Besucher reichlich. Angefangen von der komplexen geologischen Schichtung des Bodens bei Ellerode, der elf Meter tiefen Schottersäulen („Rüttelstoppverdichtung“) unter den eigentlichen Windradfundamenten erforderlich gemacht hat über den Aufbau des Turmes und der Installation der Rotorblätter bis zum Verkabeln der Anlagen.

Staunende Blicke und begeisterte Gesichter beim Besichtigen des gigantischen 600-Tonnen-Krans sowie des Generators, in dem die Windbewegung in Strom umgewandelt wird.

Starkes Stromkabel: Landwirt Ralf Ehrenberg aus Ziegenhagen begutachtet die Stärke des Kabels, von dem ein Muster herumgereicht wurde.

Aber Berlepsch und die mitgereisten Experten mussten auch zu allerlei kritischen Fragen Stellung beziehen, etwa zu den Themen Schattenwurf, Geräuschentwicklung, Trinkwasserqualität und Naturschutz – passend dazu zog am Himmel ein Rotmilan über der Baustelle seine Kreise.

Neues Umspannwerk

Dass der Strom der je drei Megawatt leistenden Anlagen auch ins Netz kommt, dafür sorgt EAM Energie Netz Mitte. Armin Schülbe, als Leiter des Regionalzentrums Nord, berichtete von dem verlegten 6,7 Kilometer langen Kabel, das von Ellerode zum neuen Umspannwerk Drammetal läuft – und neben dem Elleröder Strom auch den aus den Windparks Jühnde (derzeit Baustopp) und Volkerode (geplant) im Landkreis Göttingen aufnehmen soll.

Auch wenn die ersten beiden der fünf Windräder vom Typ E-101 schon fertig sind, wird es noch ein Weilchen dauern, ehe der erste Strom fließt. Verkabelung, Funktions-Checks und Sicherheitstests stehen an, ehe im Mai das erste Windrad ans Netz geht. Bis Juni, spätestens Juli soll dann der gesamte Park Ökostrom liefern. Rechnerisch wird er dann mit etwa 30 000 Megawattstunden Strom pro Jahr ein knappes Drittel des Bedarfs der Stadt Witzenhausen mitsamt seiner Ortsteile produzieren.

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