Verwaltungsgericht macht den Weg frei

Windpark bei Schloss Berlepsch darf ab sofort gebaut werden

So könnte es bald aussehen: Auf einer Fläche nahe Schloss Berlepsch will die Firma Enercon fünf Windräder errichten. Das Verwaltungsgericht Kassel hat nun den Weg für den Baubeginn freigemacht und den sofortigen Vollzug der Baugenehmigung erlaubt, obwohl noch zwei Klagen ausstehen. Denen werden jedoch keine Chancen auf Erfolg eingeräumt. Simulation/ Foto: Archiiv

Schloss Berlepsch. Der geplante Windpark mit fünf Windrädern in der Nähe von Schloss Berlepsch darf gebaut werden.

Wie Gerichtssprecher Matthias Spillner mitteilt, hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Kassel den sofortigen Vollzug der Baugenehmigung angeordnet, die das Regierungspräsidium Kassel bereits im Mai 2015 erlassen hatte. Die jetzige Entscheidung des Gerichts ermöglicht es der Firma Enercon, sofort mit dem Bau der fünf Windräder zu beginnen.

Der Ausgang der beiden Klageverfahren, die derzeit noch laufen, muss dazu nicht abgewartet werden, urteilte das Verwaltungsgericht. Der Grund: Das Interesse des Betreibers, den Windpark so schnell wie möglich fertig zu stellen, überwiege das Interesse der Kläger, davon verschont zu bleiben. Die Klagen gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Windpark würden nach Ansicht des Gerichts voraussichtlich erfolglos bleiben.

Die eine Klägerin, eine Bewohnerin des 600 Meter entfernten Vorwerks Ellerode, hatte geltend gemacht, durch Schattenwurf und Lärmimmissionen der Windräder erheblich beeinträchtigt zu werden. Das sei jedoch nicht zu erwarten, so das Gericht. Die Kammer urteilten zudem, dass das Regierungspräsidium keine Verfahrensfehler bei der Umweltverträglichkeits-Vorprüfung gemacht habe. Auch könne die Anwohnerin nicht geltend machen, dass der Rotmilan durch den Windpark erheblich beeinträchtigt werde, heißt es in Spillners Mitteilung. Zudem schmetterte das Gericht das Argument des Denkmalschutzes ab: Schloss Berlepsch würde durch den Windpark nicht erheblich beeinträchtigt.

Der zweite Kläger, dem einige Flächen bei Hübenthal gehören, könne nicht geltend machen, dass er durch den Windpark beeinträchtigt werde, weil er nicht dort wohnt.

Bis zum 22. April kann gegen den Beschluss Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.

Was Fabian von Berlepsch zu der Entscheidung sagt, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

Lexikonwissen: Das Schloss Berlepsch im HNA-Regiowiki

Lesen Sie dazu auch:

-Teilregionalplan: Windräder dürfen bis 600 Meter an Hübenthal heranrücken

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