Witzenhausen: Spenden an Flutopfer

Feuerwehr aus Witzenhausen bringt Hilfsgüter nach Rheinland-Pfalz

Bringen Hilfsgüter nach Rheinland-Pfalz: Viele Helfer sammelten Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe.
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Bringen Hilfsgüter nach Rheinland-Pfalz: Viele Helfer sammelten Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe.

Björn Wiebers, Stadtbrandinspektor von Witzenhausen, hat am Donnerstagmorgen ein Foto von seiner Patentochter Laura Aschmann bekommen – und deshalb eine Hilfsaktion gestartet.

Witzenhausen – Das Bild zeigt die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz, wo sie wohnt, nach der Flutkatastrophe. „Mir kam dann spontan eine Idee, um zu helfen“, sagt Wiebers.

Der Stadtbrandinspektor rief seinen Jugendfreund Oliver Clemens, Aschmanns Vater, an, der ebenfalls in Bad Neuenahr-Ahrweiler wohnt. Bei ihm und im Internet erkundigte sich Wiebers, was vor Ort gebraucht wird. Über eine Whatsapp-Gruppe nahm er anschließend Kontakt zu den Wehrführern der Witzenhäuser Feuerwehren auf. „Alle haben gesammelt, auch die Jugendfeuerwehren“, sagt er.

So kamen unter anderem Kleidung, Betten, Decken, Schuhe und Spielzeug zusammen. Die etwa fünf Tonnen schweren Hilfsgüter fuhren Wiebers und die Witzenhäuser Feuerwehrleute Stefan und Katharina Guthardt, Simon Siebert und Julius Mackenroth Richtung Katastrophengebiet. Dazu nutzten sie vier Fahrzeuge, Autos und Transporter, sowie drei Anhänger, darunter einer von der Freiwilligen Feuerwehr Blickershausen.

Gegen 23.45 Uhr kamen die vier Witzenhäuser am Freitagabend am Lagezentrum Nürburgring in Rheinland-Pfalz an. „Wir hätten dort vier Stunden bis zum Abladen warten müssen“, sagt Wiebers. „Das wollte ich meinen Begleitern nicht zumuten.“ Daher hätten sie im nahegelegenen Niederzissen die Nacht verbracht, um die Spenden am Morgen um 10 Uhr im Lagezentrum abzugeben. „Bei einem Telefonat am Samstagmorgen wurde mir jedoch mitgeteilt, dass das Lagezentrum nun bereits voll sei.“

Über seinen Jugendfreund und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erreichte Wiebers schließlich Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal im Landkreis Ahrweiler. „Er hatte die Idee, die Güter in der Mehrzweckhalle der Gemeinde Spessart, ebenfalls im Landkreis Ahrweiler, unterzubringen.“ Von dort würden sie an Hilfsbedürftige verteilt.

Doch damit soll die Hilfsaktion noch nicht beendet sein. „Es gibt Überlegungen, ein Spendenkonto auf der Internetseite der Stadt Witzenhausen einzurichten“, sagt Wiebers. Außerdem hoffe er auf Sachspenden von Betrieben in und um Witzenhausen. Denkbar seien unter anderem Wasser und Hygieneartikel in die Katastrophengebiete zu bringen. „Allein die Aufräumarbeiten dort werden wahrscheinlich noch ein Jahr dauern.“

Am Samstag brachten zudem zwölf Katastrophenschutzkräfte des Werra-Meißner-Kreises mit vier Fahrzeugen der DRK-Kreisverbände Eschwege und Witzenhausen in das Katastrophengebiet nach Rheinland-Pfalz auf. Wie der Kreisausschuss mitteilt, ist deren Aufgabe, mit weiteren hessischen Einsatzkräften Verletzte zu transportieren. Außerdem würden bereits die Technischen Hilfswerke aus Eschwege, Großalmerode und Witzenhausen im Katastrophengebiet eingesetzt. (Von Fabian Becker)

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