Ehrenamt

Witzenhäuser Anonyme Suchthilfe feiert 25-jähriges Bestehen

Sie engagieren sich: Elke Bölling (vorne links) mit ihrem Team und freiwilligen Helfern, die die Arbeit der Witzenhäuser Anonymen Suchthilfe unterstützen. Foto: Huck

Ellingerode. Vor 25 Jahren wurde Elke Bölling ein neues Leben geschenkt. Ihre Alkoholsucht hätte sie fast getötet.

Damals gründete die heute 70-Jährige eine Selbsthilfegruppe für trockene Alkoholiker und ihre Angehörigen. Am Wochenende feierte sie zusammen mit vielen ehemaligen Teilnehmern, die durch sie den Weg aus der Sucht gefunden haben, und Freunden der Gruppe das 25-jährige Bestehen der Witzenhäuser Anonymen Suchthilfe (WAS), im Dorfgemeinschaftshaus Ellingerode.

Zusammen mit drei Männern, die vom selben Arzt betreut wurden, rief sie 1992 eine Anonyme Gruppe für Suchtkranke und ihre Angehörigen ins Leben. Angesichts der großen Nachfrage wurden bald daraus zwei Gruppen.

Elke Bölling hatte den Bedarf erkannt und mit ihrer Gruppe seit 1992 mehr als 4000 Menschen, über die Grenzen von Deutschland hinaus, geholfen. Die engagierte Frau kümmerte sich nach einem Suchthelferlehrgang auch um Menschen mit anderen Suchtproblemen. 

Wohngemeinschaft für Suchtkranke

Eike Bölling

1995 gründete sie in Ellershausen „Die Chance“, eine Wohngemeinschaft für ehemalige Suchtkranke. „Wir sind da für Menschen, die ein suchtmittel- und gewaltfreies Leben beginnen wollen“, so Elke Bölling. Sie und ihr Team wollen vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben, legen Wert auf Eigenverantwortung und ein starkes Miteinander. 

„Zu uns darf jeder kommen der in Not ist, Suchtprobleme hat oder sich einfach nur festigen will in einer Gemeinschaft Gleichbetroffener. Hautfarbe, Nationalität, Religion und Alter spielen keine Rolle“, betont Bölling. Es gibt strenge Regeln in der WG, Bewohner müssen an Gruppenaktivitäten teilnehmen und sich integrieren, suchtmittelfrei und friedlich miteinander leben. Im Jahr 2002 wurde „Die Chance“ um ein zweites Haus in Bischhausen erweitert.

Elke Bölling bei der Begrüßung im Dorfgemeinschaftshaus in Ellingerode. Foto: Huck

Bei der Anonymen Suchthilfe geht es nicht nur um die Sucht an sich, erklärt Bölling, sondern auch um das, was dahinter steht und dazu geführt hat. Zum Angebot der WAS gehören daher neben der Betreuung und Beratung von Suchtmittelabhängigen und Angehörigen, auch Besuche im Krankenhaus nach Therapien und Entgiftungen, Hilfe bei der Vermittlung von Therapieplätzen sowie bei der Wohnungs- und Arbeitsvermittlung.

Die WAS ist eine wichtige Organisation in Witzenhausen, die dank des Engagements von Elke Bölling immer weiter gewachsen ist. Ans Aufhören denkt die 70-Jährige noch lange nicht, sagte sie am Samstag bei der Jubiläumsfeier, während der sie einen Blick zurück auf die Erfolge der vergangenen 25 Jahre warf. 

Zwar habe nicht jeder den Weg zurück in ein normales Leben ohne Alkohol und Drogen gefunden, „aber für jeden einzelnen, dem die Gruppe helfen konnte habe sich die harte Arbeit gelohnt“, so Elke Bölling. 

Regelmäßige Treffen

Die Witzenhäuser Anonyme Suchthilfe trifft sich jeden Freitag im Gruppenraum der Wohngemeinschaft in Bischhausen, Mündener Straße 38, von 19 bis 21 Uhr. Pünktliches Erscheinen sei der Gruppe wichtig, betont Elke Bölling. Kommen darf jeder, auch ohne Voranmeldung. Auch Einzelgespräche sind möglich, hierfür muss allerdings im Vorfeld ein Termin vereinbart werden, unter Tel. 0 55 42/21 91. Weitere Informationen über die Witzenhäuser Anonymen Suchthilfe gibt es im Internet unter www.anonyme-suchthilfe.de. (zwh)

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