Sein Sohn rückt für ihn nach

Witzenhäuser FDP-Urgestein tritt ab

Stehende Ovationen für Jürgen Vogelei (links): Das FDP-Urgestein hat am Dienstag nach insgesamt 35 Jahren als Stadtverordneter das Witzenhäuser Parlament verlassen. Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill (2. von links) und Bürgermeisterin Angela Fischer dankten Vogelei für seinen jahrzehntelangen Einsatz. Foto: Steensen

Witzenhausen. Stadtverordneter Jürgen Vogelei gibt sein Mandat in jüngere Hände. Sein Sohn rückt für ihn nach.

Ein Urgestein verlässt die Stadtverordnetenversammlung von Witzenhausen: Jürgen Vogelei (FDP) hat am Dienstagabend auf sein Mandat verzichtet, das er über 35 Jahre innehatte. Der 70-Jährige begründete seinen Rückzug mit Zeitmangel: Er wolle sich künftig auf seine weiteren Ehrenämter als Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Witzenhausen und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag konzentrieren.

1974 wurde Vogelei erstmals ins Witzenhäuser Parlament gewählt, dem er seither mit zwei Unterbrechungen angehörte. Zudem war er lange Erster Stadtrat. „Ich habe mit vier Bürgermeistern und einer Bürgermeisterin vertrauensvoll zusammengearbeitet“, bilanzierte Vogelei, der lange als „Einzelkämpfer“ die Interessen der FDP im Parlament vertrat. Das Verhältnis zu den anderen Parteien lobte Vogelei als gut. „Wir haben in der Sache oft gestritten, aber wenn wir das Rathaus verlassen haben, waren wir nicht zerstritten.“ Insgesamt habe sich in den über 40 Jahren, die er in der Stadt aktiv war, die Infrastruktur und Lebensqualität in Witzenhausen deutlich verbessert. Mit einer Ausnahme: Als schwierigste Entscheidung bezeichnete er die Abstimmung für den Abriss des Bürgerhauses. „Ich habe damals schließlich den Grundstein mitgelegt.“ Jetzt sei es Zeit, sein Mandat in jüngere Hände zu legen, so der 70-Jährige: „Danke, dass Sie mich jahrzehntelang ertragen haben!“

Für seine humorvolle Rede und sein jahrzehntelanges Engagement dankten ihm Abgeordnete und Stadträte mit stehenden Ovationen und minutenlangem Applaus. Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) und Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill (SPD) lobten, dass auf Vogelei immer Verlass gewesen sei und er stets ein offenes Ohr gehabt habe - für die Kommunalpolitiker, aber vor allem für die Bürger. Schill brachte es auf den Punkt: „Heute geht ein beliebtes Urgestein der Witzenhäuser Stadtgeschichte.“

Axel Vogelei rückt nach

Nachrücker für das FDP-Mandat ist ausgerechnet Vogeleis Sohn Axel. „Dafür kann ich aber nichts“, rief Jürgen Vogelei zur Erheiterung der Anwesenden. Der 42-jährige Axel Vogelei hatte bei der Kommunalwahl zwar auf dem sechsten Listenplatz kandidiert, war aber auf Platz 2 im FDP-Ergebnis gewählt worden. „Ich trete in sehr große Fußstapfen“, gab Axel Vogelei zu. Er habe großen Respekt davor, quasi als Ein-Mann-Fraktion im Parlament mitzuarbeiten. „Deshalb habe ich mir das seit Oktober regelmäßig angeschaut.“

Mehr zur Stadtverordnetenversammlung lesen Sie in der Donnerstags-Ausgabe der HNA.

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