Kupfermünzen werden hier verbannt

Dieses Geschäft in Witzenhausen will keine 1-, 2- und 5-Cent-Stücke mehr annehmen

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1, 2 und 5 Cent sind unerwünscht: Michael Shell nimmt keine Kupfermünzen mehr an und hofft, dass auch andere Geschäfte bei dem Konzept mitziehen.

Ein-, Zwei-, und Fünf-Cent-Stücke gibt es im Ballonladen in Witzenhausen nicht mehr. Betreiber Michael Shell nimmt neuerdings nur noch Münzen ab 10 Cent an und hat dafür die Preise gerundet.

Die Preise änderten sich von einst krummen Preisen zu glatten Eurobeträgen. „Bei 9,99 Euro sind es eigentlich doch eher 10 Euro“, findet er. Der eine Cent sei eine rein psychologische Preisgestaltung.

Kupferabbau: Umweltverschmutzung und schlechte Bedingungen für Arbeiter

Diese Umstellung erfolgt Umwelt zuliebe: Anlass für die Umstellung war für Shell ein Bericht über die Herstellung des roten Geldes. Beim Kupferabbau werde die Umwelt verschmutzt und es gebe schlechte Bedingungen für die Arbeiter, so der 51-Jährige. Ein weiterer Grund sei das Minusgeschäft, das bei der Herstellung insbesondere der Ein-Cent-Münze entsteht. Auch die Kunden reagierten im Allgemeinen positiv auf die runden Preise, berichtet Shell, da es unkomplizierter ist. „Sollte jemand mal gar nicht anders zahlen können, nehme ich auch rotes Geld noch an. Das kam bisher aber nur ganz selten vor. Wenn es so weit ist, kommt es nur noch in die Kaffeekasse und wird vielleicht gespendet“, so Shell.

Er habe seine Preise teilweise auf- oder abgerundet, wobei es ihm nicht um Profit gehe, sondern um das Sparen von Ressourcen. Deswegen habe er beispielsweise von 9,50 Euro auf 9 Euro abgerundet, berichtet Shell. „Ich hoffe, damit eine Vorreiterrolle in Witzenhausen zu haben und dass bald mehr Geschäfte mitmachen“, sagt er.

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Preisunterschied auch bei Cent-Beträgen

Laut Michael Schäfer von der Aktionsgemeinschaft für Handel und Gewerbe in Witzenhausen sei der Weg ohne rotes Münzgeld ein interessantes Konzept. Er sehe jedoch bei Produkten für den täglichen Bedarf, beim Bäcker und auch an der Tankstelle, ein Umsetzungsproblem, da hier Cent-Unterschiede viel ausmachen. Shells Bestreben nach Umweltschutz hört jedoch bei den Münzen nicht auf: Seine einfachen Ballons bestehen aus biologisch schnell abbaubarem Naturkautschuk, damit sie, wenn sie im Freien steigen gelassen werden, die Umwelt nicht verschmutzen.

Seine Motivballons aus Folie seien außerdem mehrfach wiederverwendbar und recycelbar. Darüber hinaus versucht Shell, seine Ware jederzeit unverpackt herauszugeben. „In 95 Prozent der Fälle klappt das problemlos und die Leute sind froh, den Müll nicht mitnehmen zu müssen“, berichtet der 51-Jährige. Dadurch könne er außerdem sicherstellen, dass die einzelnen Bestandteile des Verpackungsmaterials richtig getrennt werden.

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