Vereine in Corona-Zeiten

Witzenhäuser Geschichtsvereins: Die vorerst letzte Exkursion fand im Juni 2019 statt

Erinnerung an die vorerst letzte Exkursion: Im Juni 2019 ging es in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Bei Temperaturen um 30 Grad wurde die Stadt besichtigt.
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Erinnerung an die vorerst letzte Exkursion: Im Juni 2019 ging es in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Bei Temperaturen um 30 Grad wurde die Stadt besichtigt.

Um die zehn Veranstaltungen bietet der Zweigverein Witzenhausen im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde pro Jahr an: Vorträge, Exkursionen, Ausstellungsbesuche.

Witzenhausen – Ab März 2020 war für das vorige Jahr erst mal Schicht – das Haus Hildegard wurde für öffentliche Veranstaltungen gesperrt. Im weiteren Verlauf mussten Kulturveranstaltungen aller Art und überall abgesagt werden.

„Unsere Erfahrungen aus dem Corona-Jahr sind vielfältig“, sagt der neue Vorsitzende Hans-Jürgen Markolf. Die Mitglieder hätten die Ausfälle sehr bedauert, aber ausnahmslos Verständnis für die Schutzmaßnahmen geäußert. Nach den Lockerungen im Spätsommer dann ein neuer Anlauf: Mit viel Mühe wurde am 8. September ein Vortrag mit Dr. Christian Stöber (Grenzmuseum Schifflersgrund) im Rathaussaal veranstaltet. Markolf: „Die Vorbereitungen für das Vorstandsteam waren umfangreicher als sonst. Nötig waren Briefwechsel und Genehmigung durch das Gesundheitsamt. Die Mitglieder wurden gesondert über das Hygienekonzept informiert.“ Schweren Herzens entschloss sich der Vorstand dazu, die persönliche Anmeldung der Teilnehmer zu verlangen. Nur so wäre eine Rückverfolgung möglich gewesen.

Insgesamt gesehen, so die Bilanz von Markolf, gab es im Corona-Jahr zwar deutlich weniger Veranstaltungen, aber Mehrarbeit für den Vorstand: Seit der Wahl im Februar fanden drei Sitzungen statt. Es mussten Hygiene-konzepte erarbeitet werden. Der Rathaussaal war ein ungewohnter Standort, Lautsprecher- und Bildtechnik mussten angepasst werden.

Die Zwangspause konnte aber auch kreativ genutzt werden: So wurden Überlegungen zum Stadtjubiläum 800 Jahre Witzenhausen angestellt und ein Flyer entwickelt, der für die Vereinsarbeit werben soll. Sofern Veranstaltungen abgesagt werden mussten, stand die Rückabwicklung an. Absage von Referent und Raum.

Der Pandemie zum Opfer fiel auch die für den Juni geplante Exkursion nach Soest und an die Möhnetalsperre. Sie soll ebenso nachgeholt werden wie die ausgefallenen Vorträge. Wenn keine Gefahr mehr für die Mitglieder bestehe sich zu treffen, werde es losgehen.

Kopfzerbrechen bereitet die Raumfrage: Es bleibt abzuwarten, ob das Haus Hildegard 2021 wieder zur Verfügung stehen wird. Der Raum muss zentral liegen und die Einhaltung der Abstandsregel garantieren. Perspektivisch denkt Markolf über neue Formen nach: Online-Vortrag mit Diskussion – wenn die Mitglieder dies wünschen.

Alle rund 100 Mitglieder haben dem Zweigverein die Treue gehalten, es gab sogar zwei Neueintritte. Unter dem Strich blicken Markolf und sein Team zuversichtlich in die Zukunft: „Wir wollen uns künftig nicht nur auf interessante Einzelthemen beschränken, sondern Geschichte in großen Zusammenhängen darstellen.“  (wke)

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