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Witzenhäuser Initiative startete Aktion „Offene Nachbarschaftsküche“

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Von: Per Schröter

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Die Initiativengruppe um Sprecher Pawel Handelmann (Dritter von links) und Annika Göb (rechts daneben) bei der Essensausgabe im Saal des Corvinushauses.
Die Initiativengruppe um Sprecher Pawel Handelmann (Dritter von links) und Annika Göb (rechts daneben) bei der Essensausgabe im Saal des Corvinushauses. © Per Schröter

Vor zwei Monaten wurde die Initiative „Gemeinsam für Witzenhausen“ ins Leben gerufen. Ziel der rund 20-köpfigen Gruppe ist es, die Menschen in der Kirschenstadt nach der Corona-Pandemie wieder enger zusammenrücken zu lassen und solche, die unter der Inflation und den stark gestiegenen Energiepreisen leiden, im anstehenden Krisenwinter zu unterstützen. Mit ihrer ersten Aktion „Offene Nachbarschaftsküche“ traf die Initiative schon mal voll ins Schwarze.

Witzenhausen – An den drei zurückliegenden Dienstagen, beginnend mit dem Nikolaustag, trafen sich jeweils eine Handvoll Freiwilliger, um in der Küche des Corvinushauses gemeinsam für Menschen zu kochen, die anschließend im Saal des Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde kostenlos eine warme Mahlzeit genießen konnten. Das Geld für die Einkäufe stammte aus Spenden, wobei die Lebensmittel für das erste Essen vom Grünen Boten aus Hübenthal und die Brötchen von der Esso-Tankstelle in Witzenhausen gespendet wurden. „Insgesamt nahmen an den drei Nachmittagen rund 150 Witzenhäuser unser Angebot wahr, wobei wir in dieser Woche mit mehr als 60 Gästen die meisten Teilnehmer hatten“, sagt Pawel Handelmann, einer der Initiatoren von „Gemeinsam für Witzenhausen“. Dabei habe sich gezeigt, dass es kein Angebot für eine bestimmte Zielgruppe, sondern ein Projekt „aus der Gesellschaft für die Gesellschaft“ sei. „Es waren die unterschiedlichsten Menschen da, sowohl ganze Familien als auch Singles, Rentner, Studierende und auch Geflüchtete“, so Handelmann.

Gerade diese Mischung habe die Organisatoren „sehr gefreut“ und die Resonanz zeige, wie groß in der Stadt der Bedarf für solche Aktionen ist. „Dabei geht es den meisten Gästen in erster Linie gar nicht einmal um das Essen, sondern vielmehr um die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen zu treffen und zu unterhalten“, sagt Handelmann. Schließlich hätten viele Alleinlebende während der zurückliegenden zwei Jahre kaum Kontakte zu Mitmenschen pflegen können und seien regelrecht vereinsamt.

„Ich finde es großartig, dass so etwas angeboten wird“, sagte am Dienstag Pascal Holstein, der zum ersten Mal die Nachbarschaftsküche besuchte. „Ich bin gestern auf der Straße angesprochen und hierher eingeladen worden und es gefällt mir richtig gut“, so der Witzenhäuser, der nach eigener Aussage „immer allein unterwegs ist“ und förmlich darauf brenne, „neue Leute“ kennenzulernen. „Genau für solche Menschen machen wir das“, sagt Pawel Handelmann, „wobei es natürlich auch diejenigen gibt, die es sich wegen der stark gestiegenen Preise aktuell tatsächlich nicht mehr leisten können, jeden Tag etwas zu kochen.“ Umso mehr freue es ihn und seine Mitstreiter, auch ihnen mit der Nachbarschaftsküche helfen zu können. „Unser Ziel ist es, etwas Längerfristiges für die Menschen dieser Stadt zu schaffen“, sagt der 25-Jährige. Dafür habe die Initiative einen ganzen Ideen- und Forderungskatalog erarbeitet, der unter anderem einen öffentlichen Wärme-Raum, Hilfe bei Behördengängen, kostenlose Nachhilfe, die Unterstützung der Witzenhäuser Tafel oder Hilfe im Haushalt für ältere Menschen vorsieht.

Für ihre Arbeit würde sich die Initiative weitere Mitstreiter wünschen. „Wir treffen uns das nächste Mal am 14. Januar um 14 Uhr im Stadtraum an der Ermschwerder Straße und dazu ist jeder eingeladen, der mitmachen will“, sagt Pawel Handelmann.

Die offene Nachbarschaftsküche soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Die nächste Nachbarschaftsküche ist für Dienstag, 24. Januar, geplant und soll wie bisher von 17 bis 19 Uhr im Corvinushaus stattfinden.  

Kontakt: gemeinsam-witzenhausen@web.de

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