Mit praktischen Übungen den Berufsalltag kennenlernen

Witzenhäuser Schüler arbeiten in eigenem Unternehmen

+
Verbessern Werbeauftritte von Unternehmen: (von links) Kiara Chantal Winter, Anton Henke, Johanna Rinke, Christina Gerliz und Jessica Lack sind Mitarbeiter einer Schülerfirma der Beruflichen Schulen. 

Witzenhausen. Berufsschüler sollen durch ein Projekt Einblicke in den Alltag eines Unternehmens gewinnen und erleben, wie Wirtschaft in ihrer ganzen Bandbreite funktioniert.

„Am meisten Spaß macht mir der Kontakt zu den Kunden und das Prägen der Buttons“, sagt Berufsschülerin Jessica Lack (17). Ihre Klassenkameradin Johanna Rinke (19) fügt hinzu: „Am besten ist ein vielfältiger Tag, bei dem man die unterschiedlichen Facetten der Firma miterlebt.“

Wie in einer echten Firma, gliedert sich das Schülerunternehmen in verschiedene Abteilungen. So kümmern sich kleine Teams um den Einkauf, das Rechnungswesen, den Verkauf oder das Personalwesen. Auch die Geschäftsleitung wird durch einen Schüler besetzt - aktuell übernimmt Christian Vellmer diese verantwortungsvolle Aufgabe. „Die Gewinne der Juniorfirma gehen an gemeinnützige Vereine oder kommen Projekten der Schule zugute“, sagt die 18-jährige Schülerin Kiara Chantal Winter.

Neben den Werbeartikeln gehört auch die Veranstaltungsplanung zum Aufgabenbereich der Schülerfirma. Einmal im Jahr organisieren die Mitglieder beispielsweise eine Ausbildungsmesse, bei der sich Unternehmen den Schülern zur beruflichen Orientierung vorstellen.

An den Beruflichen Schulen gibt es außerdem die drei Übungsfirmen „Kesper“, „Rauch Kau & Co“ sowie „Nuestra Gloria“. Anders als die Juniorfirma seien die Übungsfirmen jedoch nur Modelle eines tatsächlich bestehenden Unternehmens. Hier können die Schüler den Ablauf in einer Firma kennenlernen und erste Arbeitsschritte ausprobieren.

Eigenverantwortung, Teamgeist, Kreativität, Fach- und Sozialkompetenz gehören laut Berufsschullehrer Carl-Martin Fricke zu den Schlüsselfähigkeiten, die durch das Arbeiten sowohl in einer Juniorfirma als auch in einer Übungsfirma geschult werden sollen. „Für die Schüler ist es reizvoll, mit Arbeit echtes Geld zu verdienen. Die trockene Wirtschaftstheorie, die selbstverständlich notwendig ist, wollen wir durch diese praktische Methode aufpeppen“, sagt Fricke.

Von Magneten und Flaschenöffnern über Spiegel und Collageblocks bis hin zu Buttons und Schlüsselanhängern - in der Juniorfirma „BS-Shop-Witzenhausen“ der Beruflichen Schulen produzieren und vermarkten rund 50 Schüler Werbeartikel und organisieren Veranstaltungen. Bei dem Schülerunternehmen, das 2013 gegründet wurde, handelt es sich um eine echte Firma, die auf dem freien Markt tätig ist und sich mittlerweile ein Kundennetzwerk aufgebaut hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.